Michael Sternheimer

Vieles könnte ich über Michael Sternheimer, mit dem ich über 25 Jahre befreundet sein durfte, schreiben.Von unseren gemeinsamen Reisen durch Israel, den Deutsch-Israelisch-Palästinensischen Autorentreffen, den vielen Übersetzungen für den Deutsch-Israelischen Freundeskreis Ingelheim (DIF) und das Zur-Verfügung-Stehen bei israelischen Besuchern in Ingelheim (auch bei derersten Begegnung mit den ehemaligen Ingelheimer Juden 1998 und einer der ersten Begegnungen zwischen Jugendlichen aus Afula und Ingelheim im Haus derJugend), den privaten Begegnungen bei ihm in Mannheim und hier bei uns in Ingelheim. Über die langen Diskussionen zu bestimmten politischen Situationenund vieles andere.

Doch möchte ich an dieser Stelle nur beispielhaft erwähnen, dass er über viele Jahre ein manchmal sichtbarer, oft aber nur im Hintergrund begleitender Freund des DIF Ingelheim war. Sichtbar, wenn er für uns dolmetschte, so wie 1987, als der elffache israelische Fußballmeister Hapoel Tel Aviv in der Rotweinstadt zu Gast war. Das Freundschaftsspiel gegen eine Mannschaft der Spielvereinigung gewannen damals unsere Gäste mit 3:0. Mit Michael Sternheimer besuchte ich Afula, sprach dort mit dem Bürgermeister, dem stellv. Verteidigungsminister und einigen Stadträten über mögliche Verbesserungen der Beziehungen unserer beiden Städte und den begonnenen Jugendaustausch. Als der Berater des palästinensischen Präsidenten Abbas, Yasser Abed Rabbo, mit seiner Gattin und dem israelischen Autor und Poeten Amir Or in Ingelheim unsere Gäste waren, übersetzte Michael Sternheimer. Immer wieder war er  auch Gast bei Veranstaltungen unseres Vereines, transkribierte für uns Briefe und Schriften.

Nun sollen noch einige andere Personen zu Wort kommen, jene, die Michael auch kannten, ihn schätzten und mochten. Deshalb habe ich hier Auszüge aus einigen Briefen und E-Mails zusammengestellt, die mich nach meiner verschickten Information über den Tod von Michael Sternheimer im Jahre 2008 erreichten.

Ich denke, sie sagen mehr aus, als ich es jetzt schreiben könnte.

Hans-Georg Meyer

Ich habe den Michael während der 80er Jahren kennen gelernt. Er war später derjenige, der mir geholfen hat einen Lehrer zu finden, als mich auf Berlin vorbereitete. Ich war ihm dafür sehr dankbar. Schade.

Simon [Stein]

Ambassador Shimon Stein  

International Consulting, Tel Aviv

 

Wir trauern mit. Michael lernte ich 1987 kennen. Er begleitete mich 12! Tage durch Israel.

Dabei lotete ich in zahlreichen politischen Gesprächen aus, wie der Kontakt des Bundestages zu den politischen Parteien in Israel vertieft werden könne. Eines der Ergebnisse war der erste Besuch einer Likud-Delegation nach Deutschland.  

Dr. h. c. Johannes Gerster, Mainz

 

Nicht nur hat er wunderbar Gesagtes aus dem Hebräischen ins Deutsche und umgekehrt

übertragen, sondern durch sein einfühlsames Wesen Geborgenheit und tiefes menschliches Verständnis vermittelt. Er hat uns das Leben hier auf Erden dadurch leichter gemacht und uns ein wenig getragen – Dich, der Du ihn viel länger kanntest und der Du ihn Deinen Freund nennen durftest, muss sein Weggang aus dieser Welt sehr schmerzen. Wie ich ihn kenne, wird er Dich aus jener Welt heraus aber nicht aus den Augen verlieren, sondern Dich weiterhin mit seiner Liebe begleiten und beschützen.

Ich musste in den letzten Tagen oft an ihn denken –

Elfriede Rhode

Pädagogin, Mainz

 

Es tut mir so leid, ich habe keine Worte, nur Tränen.

Ruth Almog

Schriftstellerin, Tel Aviv

 

Danke, lieber Herr Meyer, für Ihre Worte. Ich bin Michael da und dort begegnet und war so fasziniert über seine Art und Dolmetscherkunst, dass ich ihm oft gesagt habe: Es gibt  keinen Dolmetscher, der  das so macht wie Du, der das so kann wie Du. Und das hing mit seiner Person zusammen – wie er auf andere Menschen zugehen konnte – und sich in sie hineingedacht hat, sie selbst auch zur Sprache bringen konnte. Manchmal war das schier unglaublich.

Ich hab ihn sehr gemocht und fühlte mich ihm verbunden und hätte gerne noch da oder dort auch mit ihm zusammen gearbeitet.

Rudi Pahnke

INI-Institut Neue Impulse e.V.  

für Kooperationen im deutsch-israelischen Jugendaustausch, Berlin

 

Ich bin wirklich sehr bestürzt, von Michael Sternheimer zu hören. Ich fand ihn einen wunderbaren Menschen. Ich fand ihn auch einfach noch – sehr jung! In seinem gesamten Wesen, was für ein angenehmer Kerl und wie begabt! Er hat ja erstklassig für uns alle gearbeitet, obwohl das ja schon aus meiner Sicht länger her ist, habe ich an ihn eine ausgesprochen positive Erinnerung und bin wirklich betroffen.

Annegret Held

Schriftstellerin, Rennerod


Chaverim Shalom,  

traurig und unverständlich ist Michaels Tod. Auch wenn jemand so krank ist, denkt keiner in diese Richtung. Ein guter Mensch, ein Phänomen und ein Chaver, der in unseren Gedanken bleiben wird. Jetzt sieht es so aus, dass wir uns zu wenig male getroffen haben. Schade.

David Tzur

Maler, Kiriyat Tivon

 

Ich denke, dass Michael Sternheimer sich bei allen, die mit ihm zu tun hatten, mit seiner hohen Sach- und Sprachkompetenz tief eingeprägt hat. Auch als jemand, der vielen, die zum ersten Mal in Israel waren, neben seiner offiziellen Aufgabe dieses Land näher gebracht hat, ohne dabei den kritischen Blick zu verlieren. In vielfacher Hinsicht ein beeindruckender Mensch.

Dr. Dieter Schiffmann

Direktor – Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, Mainz

 Mit ihm stirbt auch ein Stück meiner Jugendforum-Zeit. … Nie vergessen werde ich auch, wie wir uns während eines Jugendforum-Seminars in Bonn verfuhren, weil ich die Orientierung verloren hatte und er dringend von Frau Prof. Süssmuth im Bundestag erwartet wurde.

Aber auch das hat er mir verziehen.

Er war ein so wunderbarer Mensch und Freund, und ich bin sehr traurig, dass wir in den letzten Jahren fast nur noch aneinander vorbei gerannt sind und uns nicht die Zeit nahmen, einmal in Ruhe zusammen zu sitzen.  

Aber er wird uns nicht nur als Mensch, sondern auch als exzellenter Dolmetscher im deutsch-israelischen Beziehungsgeflecht fehlen. Er war  d e r  B e s t e, das wissen alle, die ihn erlebt haben, die bewunderten, wie selbstverständlich er Mimik und Gestik derer übernahm, die er übersetzte. Ich kann mir noch gar nicht vorstellen, dass er mir auf Konferenzen und Tagungen nie mehr über den Weg laufen wird und wir uns nie mehr werden drücken können. Auch das tut schrecklich weh! Die deutsch-israelischen Beziehungen werden ohne ihn nicht mehr die gleichen sein. Ich weine um ihn und kann nicht damit aufhören…

Meggie Jahn

Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Berlin

Obwohl ich Michael Sternheimer leider nur in den 2 Israel-Wochen letzten Jahres erleben konnte kann ich nachvollziehen, wie groß Deine Trauer ist. Deutschland und Israel hat einen wahrhaft guten Menschen verloren – ich danke Dir, dass ich Michael Sternheimer kennenlernen durfte – er wird immer Teil meines Israel-Bildes sein.

Norbert Neuser, Mitglied des Europäischen Parlaments, Boppard

 

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