Berichte & Archiv

Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht

Zum Gedenken an die jüdischen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft fand am Mittwoch, den 9. November 2017, die jährliche Gedenkfeier an der Stele auf dem Synagogenplatz Ober-Ingelheim statt.

Zu dem Geschehen während der Pogromnacht (auch Reichskristallnacht genannt) in Ingelheim siehe Novemberpogrom 1938.

Die Allgemeine Zeitung berichtete darüber:

„Ben Sagi findet deutliche Worte. Schnörkellos, schonungslos erzählt der 17-Jährige von einem Besuch in der Tötungsanstalt Hadamar. Spricht von industriell organisiertem Mord, von Unverständnis, Trauer, vor allem von Wut. Ben Sagi ist Teilnehmer des Austauschprogramms der Rotweinstadt mit dem israelischen Afula. Vor 17 Jahren wurde er in Israel geboren, heute lebt er in Ingelheim. Spricht vor der Gruppe, die sich zum Gedenken an die Opfer der Pogromnacht vor dem Mahnmal auf dem Synagogenplatz versammelt hat. Und die zollt dem jungen Mann Respekt, applaudiert nach seiner kurzen Rede.

Diese deutlichen Worte, diese Worte, die schockieren und aufrütteln sollen, die findet auch Oberbürgermeister Ralf Claus. Von einem wütenden Mob spricht er, der in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 auch in Ingelheim wütete. „Viele schauten zu, viele schauten weg. In dieser Nacht ging die böse Saat auf.“ Damit sie in Ingelheim nie wieder keimt, will Claus für ein alltägliches, friedliches Miteinander eintreten. Gerade in einer Zeit, in der politische Diskussionen wieder deutlich vom Vokabular des NS-Regimes geprägt sei. „In einer Zeit, in der bei vielen die Hemmungen fallen, im sicheren Denken, sich einer vorherrschenden Meinung anzuschließen.“ Sich einsetzen, nicht wegschauen – das sei man den Opfern von damals schuldig, appelliert Claus. „Deren Stimmen sind nicht vergessen, sie mahnen uns mehr denn je.“

Eine dieser Stimmen gehörte Walter Neumann. Ein Ingelheimer, an dessen Schicksal Klaus Dürsch, Vorsitzender des deutsch-israelischen Freundeskreises, erinnert vor dem von Kerzenschein beleuchteten Mahnmal. Dort eben, wo früher die Synagoge stand. Neumann jedenfalls konnte fliehen. 1933 im April lebte er als politischer Flüchtling in Paris. Ein leichtes Leben hatte er dennoch nicht. Dürsch spricht von Kriegen, Lagern, der Roten Armee. Aber Neumann hat überlebt. „Nur wenige erkannten damals die Gefahr. 1933, da war es in Ingelheim schon zu spät für den Widerstand.“ Das könne man sich nur schwer vorstellen, „hier in Ingelheim, vor unserer Haustür“ – auch Christian Feuerstein, Pfarrer aller Ingelheimer Katholiken, tut sich schwer. „Wir haben die Opfer von damals nicht gekannt, aber ihr Schicksaal treibt uns um.“ Feuerstein schließt darum all diejenigen in sein Gebet ein, die auch heute noch wegen ihrer Religion verfolgt werden. Die passenden Klänge zur Gedenkfeier lieferten die „Saxobeats“, das Saxophonensemble der Musikschule im Weiterbildungszentrum unter Leitung von Harry Braum.“

siehe auch: Allgemeine Zeitung vom 9. November 2017

Reinigung der Stolpersteine

Reinigung der Stolpersteine         Foto: privat

Am Samstag, den 4. November reinigte der Deutsch-Israelische Freundeskreis wieder zusammen mit in-RAGE, dem Ingelheimer Bündnis gegen Rassismus und Gewalt die 36 im Ingelheimer Stadtgebiet verteilten Stolpersteine. Die Steine wurden zum Gedenken von Ingelheimer Juden an ihrem letzten frei gewählten Wohnsitzen in Ingelheim von Gunter Demnig gesetzt. Die Vereine wollen mit dieser Initiative an die Verfolgten des NS-Regimes erinnern. Wie jedes Jahr wurden wieder Kerzen aufgestellt und Rosen niedergelegt. Klaus Dürsch erinnerte an den Stellen an das Schicksal der Verschleppten. Immer wieder besuchen Angehörige Ingelheim und sind bewegt, wenn sie zu den Stellen geführt werden, an denen ihre Vorfahren lebten.

Besuch des jüdischen Friedhofs

am Tag des offenen Denkmals im Rahmen des landesweiten Ehrenamtstags 2017 in Ingelheim

Übersicht über den jüdischen Friedhof Hugo-Loersch-Strasse Foto: Michael Schlotterbeck

Am Sonntag, den 10. September fand auf dem Friedhof in der Hugo-Loersch-Straße wieder eine Führung statt. Über dreißig Besucher folgten der Einladung.
Klaus Dürsch gab zunächst eine Einführung. Er suchte ein paar Grabsteine zum diesjährigen Thema des Tages des offenen Denkmals aus: „Macht und Pracht“. Er erzählte über die Lebensgeschichten der dort begrabenenen Personen.

Die Daten zu den Grabsteinen können beim Steinheim-Institut Epidat recherchiert werden.

Tagesausflug auf den Spuren jüdischen Lebens in Mainz

Am Sonntag, den 21. Mai lud der DIF zu einem Tagesausflug nach Mainz ein. Herr Andreas Berg führte zunächst in das jüdische Leben heute in der neuen Synagoge ein. Er spannte den Bogen von den ersten Spuren jüdischen Lebens in Mainz bis hin zur Hochzeit im Mittelalter. Weiterhin stellte er die neue Synagoge vor, sowohl was ihre Funktion betrifft als auch ihre architektonische Idee. Nach einer Mittagpause führte Frau Strehle an Orte, die für Juden in Mainz einmal wichtig waren. Sie zeigte, wo das Haus des 1848 er Revolutionärs Ludwig  Bamberger stand. An die Synagogen erinnern leider nur noch Gedenktafeln. Den Abschluss bildete ein Besuch im Landesmuseum. Dort wird der älteste jüdische Grabstein Europas aus dem 11. Jahrhundert.
Andreas Berg vor dem geöffneten Torahschrein in der Synagoge Mainz

Weinprobe zum israelischen Unabhänigkeitstag

 

Am Samstag, den 29. April 2017, lud der DIF zu einer Weinprobe in die Villa Neus, in Ingelheim ein.

Der DIF wollte den Israelischen Unabhängigkeitstag mit einem besonderen Thema begehen.  Herr Nowotsch, der sich in die israelische Weinkultur eingearbeitet hat, stellte zwölf Weine von bekannten und neuen israelischen Weingütern vor. Zu einem feierlichen Rahmen trug auch der Binger Liedermacher Volkmar Döring bei. Er interpretierte alte israelische Weisen, die zu den Festen in Israel häufig gespielt werden.

Jugend-Austausch

Ingelheim-Afula 2017

Der Jugendaustausch der Stadt Ingelheim mit der Stadt Afula lief wieder recht erfolgreich um harmonisch. Isabelle Prassé führte den Austausch wieder federführend durch. Ein Höhepunkt war der Projekttag mit in Ingelheim lebenden geflüchteten Jugendlichen aus Syrien – Siehe Pressebereicht in der AZ >> hier klicken <<. Lotan Sagi und Klaus Dürsch begleiteten die Jugendlichen durch Ingelheim. Bei der Führung standen die Spuren früheren jüdischen Lebens in Mittelpunkt. Anschließend fuhr die Gruppe in die Gedenkstätte in Hadamar bei Limburg. Hier war eine der Stätten der Euthanasie. Für viele israelische Jugendliche ist es überraschend, dass während der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur nicht nur Juden ermordet wurden, sondern wie hier psychisch kranke Menschen.

Jugendliche aus Afula und Ingelheim zu Besuch in der Gedenkstätte in Hadamar. Foto: DIF

 

 

 

 

 

 

 

Tommy Könnel schrieb dazu in der AZ-Ingelheim:

„INGELHEIM – Überall ist dieser Tage davon die Rede, Ängste abzubauen. Gegenüber dem Islam, gegenüber Fremden im Allgemeinen. Ein Ziel, das besonders im Dialog oder im Umgang miteinander erreicht werden kann. Wie schnell und fast spielerisch Ängste tatsächlich abgebaut werden können, bewies die „Deutsch-Israelische Jugendbegegnung“ mit einer ganz besonderen Idee.

Von Vorurteilen keine Spur
AUSTAUSCHPROGRAMM SEIT 1987
Der Austausch zwischen Jugendlichen aus Ingelheim und Afula findet seit 1987 statt.Immer im Wechsel besuchen die deutschen Teilnehmer das Gastland oder umgekehrt. In der Regel nehmen die Jugendlichen jeweils zwei Jahre an der Veranstaltung teil, um sich einmal gegenseitig zu besuchen. Teilnehmen dürfen alle Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren. Die Teilnahmegebühren betragen 100 Euro (für die Veranstaltung in Ingelheim) und bis zu 450 Euro (für die Veranstaltung in Afula). Die „Deutsch-Israelische Jugendbegegnung“ wird durch Mittel des Kinder- und Jugendplans des Bundes und durch das Koordinierungszentrum „ConAct“ gefördert. „Ingelheim meets Israel meets Refugees“ hieß das Motto einer Veranstaltung im Rahmen des traditionellen Austauschs zwischen der Stadt Ingelheim und dem israelischen Afula. Einen ganzen Tag konnten sich syrische, israelische und deutsche Jugendliche kennenlernen und zusammen an Workshops teilnehmen. Von Vorurteilen war keine Spur zu erkennen, was keine Selbstverständlichkeit ist.

„Der eine oder andere Israeli hatte anfangs Bedenken, was das Zusammentreffen mit den Syrern anging, aber schon schnell haben die Jugendlichen alle Vorbehalte abgelegt“, erklärt Organisatorin Isabelle Prassé. Hilfreich sei dabei gewesen, dass einige der Syrer sich bereiterklärten, ihre Fluchtgeschichte vor der gesamten Gruppe zu erzählen. Außerdem haben alle Jugendlichen am Morgen Fragen zu ihrem Leben, ihrer Heimat, ihrer Kultur, ihrer Religion oder ihren Vorlieben beantwortet. „Da wurden schnell auch Gemeinsamkeiten deutlich“, so Prassé. Zudem hörten die Jugendliche einen Vortrag von Torsten Reibold, Repräsentant der Bildungs- und Begegnungsstätte „Givat Haviva“, die sich in Israel für eine friedliche und tolerante Gesellschaft engagiert.

Nach dem großen Kennenlernen am Morgen standen am Nachmittag Workshops auf dem Programm. Immer in gemischten Gruppen und je nach Vorlieben konnten sich die Jugendlichen für Graffiti, afrikanisches Trommelspiel, Klettern oder Jonglage anmelden. Die Workshops entstanden unter anderem durch Zusammenarbeit mit der Musikschule und dem Migrations- und Integrationsbüro. „Wir haben erstmals eine solche Veranstaltung im Programm gehabt und sind mehr als zufrieden mit dem Ablauf“, fasst Prassé die Erlebnisse zusammen.

Einen Eindruck, den die Jugendlichen sichtlich teilten. Selbst bei kalten und windigen Wetterverhältnissen waren sie motiviert, Graffiti-Kunstwerke im Freien anzufertigen. Auch für das Outdoor-Klettern haben sich schnell ein paar Freiwillige gefunden. Die gesamte Gruppe hat erkennbar schnell zueinandergefunden – man lachte und spielte miteinander, auch über kleinere Sprachbarrieren hinweg.

Zumindest die israelischen und deutschen Jugendlichen waren zu diesem Zeitpunkt aber bereits einige Tage zusammen. Vor dem gemeinsamen Tag im Yellow standen bereits zahlreiche Ausflüge auf dem Programm. So ging es nach Straßburg zum EU-Parlament, mit einer Rhein-Schifftour nach Rüdesheim, zum Klettersteig nach Boppard oder zur Emmerichshütte nach Daxweiler. Ein Ausflug führte die Jugendlichen zudem nach Hadamar. „Es war besonders für unsere israelischen Gäste interessant zu sehen, welche weiteren Gräueltaten der Nationalsozialismus zu verantworten hatte“, erklärt Prassé. Es sei manch einem nicht bewusst gewesen, dass auch weitere Randgruppen neben den Juden durch das NS-Regime ermordet wurden.

Tag im Yellow als krönender Abschluss

Zahlreiche Eindrücke also, die die Teilnehmer der „Deutsch-Israelischen Jugendbegegnung“ innerhalb der zehn Tage in Ingelheim aufnehmen durften. Das Highlight, da ist sich Prassé sicher, war jedoch der gemeinsame Tag im Yellow – zusammen mit den syrischen Jugendlichen. „Das werden wir beim nächsten Mal wiederholen“, meint Prassé. Schließlich sei es ungemein wertvoll, Ängste und Vorurteile abzubauen. Der Erfolg gibt ihr recht.“

 Israel – im Rahmen der „Bunten Stunde“

Am Donnerstag, den 6. April 2017, referierte unser Vorstandsmitglied Lotan Sagi über die Geschichte der Kibbuzim. Er sebst wuchs in Kibbuz Hahotrim auf, der am Fuß des Karmelgebirges direkt am Mittelmeer, in der Nähe der israelischen Stadt Haifa liegt.
Er sprach über das Kibbuzleben, basierend auf seinen persönlichen Erfahrungen. Seine Großeltern waren wanderten bereits zur osmanischen Zeit ins Land ein und waren Mitbegründer eines Kibbuz am See Gennesaret. In harter Gemeinschaftsarbeit bauten sie das Land mit auf und halfen während des Holocaust bei der Aufnahme der aus Europa kommenden flüchtenden Juden. Heute gibt es die sozialistische Lebensweise in den Kibbuzim kaum noch. Die Ortschaften verwandeln sich in normale Dörfer.
Der Abend fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Die Bunte Stunde“ des Migrations- und Integrationsbüros der Stadt Ingelheim am Rhein statt. Sie soll einen Einblick in Ingelheims Vielfalt der Nationalitäten, Kulturen und Individuen geben.

Mitgliederversammlung mit Neuwahl des Vorstands

Samstag, 18. März 2017, 15.00 Uhr

Zum Vorsitzenden wurde Klaus Dürsch wieder gewählt, zum Stellvertreter Lotan Sagi. Geschäftsführerin und Schatzmeisterin wurde Frau Susanne Krupka, Herr Helmut Fiedler und Frau Samantha Schuck Beisitzerinnen.

 

Bericht des Vorsitzenden:

Unsere letzte Mitgliederversammlung mit Neuwahlen fand am 25. April 2015   statt. Dieser Bericht bezieht sich auf den Zeitraum seit dieser Wahl.

  1. Das wichtigste Ereignis im Jahr 2015 war der Besuch von Frau Ruth Kapp-Hartz und ihrer Tochter im September. Der DIF lud sie ein. Sie sprach im Sebastian –Münster –Gymnasium und in der Kaiserpfalz Realschule. Im WBZ fand eine Abendveranstaltung statt. Wir nahmen ein Interview mit ihr auf. Dies zeigten wir bei der Gedenkveranstaltung am 27. Januar dieses Jahres im Jugend- und Kulturzentrum „Yellow“. Frau Kapp-Hartz fuhr von Ingelheim aus weiter nach Südfrankreich und besuchte die Orte, an denen sie versteckt war. Diese Begegnung war ein aktives Stück Versöhnungsarbeit. Dies wird insbesondere in den Aussagen der Tochter Diane Warsoff deutlich, die ihr Deutschlandbild durch diesen Besuch positiv korrigieren konnte.

Evelyne Lobel, eine weitere Cousine von Ruth Kapp Hartz, die in Paris wohnt, besuchte Ingelheim im November 2016. Sie schickte anschließend ein Foto von dem Haus ihrer Großeltern in der Mainzer Straße 78 mit ihren Großeltern Leopold und Franziska Stern darauf aus dem Jahre 1910.

  1. Das wichtigste Ereignis 2016 war die Beteiligung an der Ausstellung „Legalisierter Raub“ in den Mainzer Ministerien für Finanzen, Justiz und Verbraucherschutz. Wir konnten eine Vitrine im Gedenken an Karl und Lilly Neumann dazu beitragen. Zur Eröffnung der Ausstellung und zu einem Rundgang durch Ingelheim reisten Nachkommen der Familien an, unser Mitglied Prof. Hans Neumann und Milton Kaufmann. Es war eine Ehre für uns, dass sie unsere Arbeit so würdigen.
  2. Wenn wir bei der Geschichte sind so sei erwähnt, dass wir im Zuge der Veranstaltungen zum 100 jährigen Gedenken an den Weltkrieg der Ingelheimer jüdischen Opfer gedachten. In Zentrum stand Julius Levy, der Sohn des Ingelheimer Arztes Dr. Karl Levy. Er starb 1916 an der Ostfront. Seine Eltern und seine Schwester flohen 1934 nach Israel. Eine Nachfahrin schickte die Abschriften seiner Feldpostbriefe. Auf der Basis meiner Recherchen schrieb Frau Schwenk schrieb darüber einen Bericht in der AZ.

 

  1. Es fanden wieder mehrere Kooperationsveranstaltungen Einmal sind wir in gutem Kontakt mit dem Jugend- und Kulturzentrum „Yellow“. Einmal begleiteten wir eine Künstler Gruppe der Women`s World Zionist Organization aus Afula auf einem Ausflug zum Niederwalddenkmal. Es war ein sonniger Sonntag mit anregenden Gesprächen. Weiterhin unterstützen wir nach wie vor den Jugendaustausch zwischen Ingelheim und Afula, der federführend von Frau Isabelle Prassé durchgeführt wird.
  2. Zwei Ausflüge fanden statt. Einer nach Mainz in die Ausstellung „Legalisierter Raub“ und einer zu den jüdischen Einrichtungen in der Stadt Speyer in Geschichte und Gegenwart.
  3. Jährlich fanden wieder Führungen über den jüdischen Friedhof in der Hugo-Loersch-Straße am Tag des offenen Denkmals statt. Der Einladung folgen nach wie vor ca. 30 Personen aus Ingelheim und Umgebung.
  1. Auch die jährlichen Gedenkfeiern zum Novemberpogrom fand wieder statt. Die Kooperation mit der Stadtverwaltung klappt vorzüglich. Es konnten wieder Schulen und Verbände zur Mitarbeit gewonnen werden.
  2. Die Pflege der Stolpersteine ist unsere gemeinsame auf Aufgabe mit InRage, Bündnis gegen Rechts. 2015 reinigten wir die Steine wieder aus Anlass des Gedenktages am 9. November. 2016 fiel die Aktion wegen starken Regens aus.
  3. Wir hatten nur eine politische Veranstaltung mit dem Europa-Repräsentanten von Givat Haviva. Er sprach im WBZ zu der Friedensarbeit in Israel.
  4. Ein wichtiges Ereignis war die Online Stellung der Grabsteine in der Datenbank Epidat des Steinheim-Institutes. Mit Hilfe der Fachleute dort, insbesondere Frau Nathanja Hüttenmeister konnten die Daten ergänzt und korrigiert und in das Schema der Datenbank eingepasst werden. So sind sie heute für jedermann einsehbar.
  5. Einige Vereinsmitglieder stehen weiterhin in Kontakt mit Juden, die eine Verbindung zu Ingelheim haben. Heute sind es meist die Nachfahren. Erwähnen möchte in Harold Neumann, Milton Kaufmann, Prof. Hans Neumann, Chava Mayer und Liliana Rothschild
  6. Ich kann diesmal nur wiederholen, was ich auch schon zum Bericht vor zwei Jahren gesagt habe. Es bleibt unsere zwiefältige Aufgabe: die Aufarbeitung der jüdischen Geschichte und der Kontakt zu den Nachfahren der Ingelheimer Juden sowie die Völkerverständigung – mit Israel und damit zusammenhängend der Kampf gegen jegliche Form von Antisemitismus und Fremdenhass. Diese Aufgabe wird erschreckend aktueller als wir es uns noch vor ein paar Jahren hätten vorstellen könne.

 

 

Dein Name ist René

Das Schicksal eines in Frankreich versteckten Kindes

Eine Veranstaltung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus


Zeit: Donnerstag, 26. Januar 2017, 18.00 Uhr
Ort: Jugend- und Kulturzentrum „Yellow“,
Ludwig-Langstädter-Straße 4, Ingelheim


Ruth Kapp-Hartz, die heute in den USA lebt, wäre eine Ingelheimerin geworden, wenn Hitler nicht an die Macht gekommen wäre. So flohen
die Eltern zunächst ins britische Mandatsgebiet Palästina und von
dort nach Frankreich. Als die deutschen Truppen 1940 in Frankreich
einmarschierten, flohen sie nach Südfrankreich und verbargen ihre
jüdische Identität. Eine Cousine gab ihr dort den Namen René, da Ruth
zu jüdisch klang.
Als auch Südfrankreich besetzt wurde, versteckten sich die Eltern
mit Hilfe der französischen Widerstandsbewegung in einem Dorf in
der Nähe von Toulouse und die Sechsjährige in einem Kloster. Dieses Erlebnis hat sich so eingeprägt, dass sie sich heute noch als „verstecktes
Kind“ bezeichnet.
Klaus Dürsch stellt das Leben von Ruth Kapp-Hartz vor. Es wird unter anderem ein Film gezeigt, der während ihres Besuches in Ingelheim im September 2015 aufgenommen wurde. Anschließend haben die Teilnehmer die Möglichkeit zu einem Austausch, bei dem auch Parallelen zu heutigen
Fluchtschicksalen gezogen werden können.
Veranstaltende: Deutsch-Israelischer Freundeskreis Ingelheim e. V., Jugend- und Kulturzentrum „Yellow“

Siehe den Bericht in der Allgemeinen Zeitung Ingelheim vom 31. Januar 2017

Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht

Zum Gedenken an die jüdischen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft fand am Mittwoch, den 9. November 2016, die jährliche Gedenkfeier an der Stele auf dem Synagogenplatz Ober-Ingelheim statt.

Zu dem Geschehen während der Pogromnacht (auch Reichskristallnacht genannt) in Ingelheim siehe Novemberpogrom 1938

Beate Schwenk schrieb dazu in der Allgemeinen Zeitung Ingelheim:

„INGELHEIM – Bei strömendem Regen wurde am gestrigen Mittwoch, 9. November, an die Reichspogromnacht vor 78 Jahren erinnert. Die Gedenkveranstaltung auf dem Synagogenplatz wurde vom Posaunenchor der evangelischen Versöhnungskirche umrahmt. Zuvor waren die zum Gedenken an die deportierten Ingelheimer Juden verlegten Stolpersteine gereinigt worden.

 

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 hatte es überall in Deutschland Übergriffe auf jüdische Einrichtungen gegeben. Geschäfte und Wohnungen wurden zerstört, Synagogen angezündet, Menschen misshandelt und ermordet. „Auch in unserer Stadt wütete der Nazi-Pöbel“, erinnerte Oberbürgermeister Ralf Claus. Und viele hätten zu- oder weggeschaut.

Aufrüttelnde Worte von Hans-Georg Meyer

An eine alteingesessene Ingelheimer Familie erinnerte Klaus Dürsch, Vorsitzender des Deutsch-Israelischen Freundeskreises (DIF). Mehr als 200 Jahre lebte die jüdische Familie Hirsch in Ober-Ingelheim und führte einen Frucht- und Futtermittelhandel in der Stiegelgasse. 1901 übernahm Josef Hirsch das Geschäft. Er engagierte sich als Hilfsschöffe, nahm an Ersten Weltkrieg teil und saß zehn Jahre lang für die SPD im Gemeinderat. „Als 1933 der Aufruf erging: ‚Kauft nicht bei Juden!‘, betraf dies auch die Familie Hirsch“, berichtete der DIF-Vorsitzende. Das Geschäft wurde verkauft, und die Familie floh nach Argentinien. „Sie hatte das seltene Glück, flüchten zu können und ein Aufnahmeland zu finden“, schlug Dürsch den Bogen in die Gegenwart, in der das Flüchtlingsthema wieder allgegenwärtig ist.

Reichsprogromnacht. Gedenkfeier, DIF, Dürsch
Der Posaunenchor der Versöhnungskirchengemeinde

Aufrüttelnde Worte fand Hans-Georg Meyer, Ehrenvorsitzender des DIF. „Wenn wir unsere unrühmliche Geschichte tatsächlich verinnerlicht und Konsequenzen daraus gezogen haben, dann müssen wir uns vor die Flüchtlinge stellen“, war Meyers Forderung. Die aktuelle Entwicklung sei geprägt von zunehmenden Übergriffen auf Asylbewerberunterkünfte, und sie gehe einher mit massiver Hetze.

Eine Gefahr für die Demokratie sah Meyer nicht nur in extrem rechten Gewalttätern, sondern auch in den Schreihälsen, die bei Aufmärschen von Pegida und AfD „Wir sind das Volk“ skandierten. „Rechtsstaat und Demokratie sind nicht vom Himmel gefallen“, warnte Meyer, sondern müssten auch im Jahr 2016 täglich erstritten, erkämpft und auch ertragen werden. „Dies ist unser aller Bewährungsprobe.“ Für Parteien, Kirchen und Medien heiße dies: Raus aus der Komfortzone. Man brauche Vorbilder in der Politik, bei Behörden, Polizei, Vereinen, Organisationen, Medien und in der Justiz.

Peter Fleckenstein, Pfarrer der Versöhnungskirche, zitierte den biblischen Brüderzwist von Kain und Abel. Die Eskalation hätte womöglich verhindert werden können, hätte Kain das Gespräch gesucht, statt Gewalt anzuwenden. Eine Mahnung auch für die heutige Zeit und den Umgang mit unserem Nächsten.“

Siehe den Bericht in der Allgemeinen Zeitung Ingelheim vom 10. November 2016

Friedensarbeit in Israel – jüdisch-arabische Verständigung am Vorabend von 50 Jahren Sechstage-Krieg

Zu diesem Thema hielt Torsten Reibold am 27. Oktober 2016 einen Vortrag im Fridtjof-Nansen-Haus, Weiterbildungszentrum Ingelheim.

Der Europarepräsentant von Givat Haviva – Havatzelet gab einen Einblick in das komplizierte Geflecht der Beziehungen einmal zwischen den jüdischen und den arabischen Israelis, mit denen Givat Haviva hauptsächlich arbeitet. Das Institut arbeitet wie viele Graswurzelprojekte und Basisbewegungen an der politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderung. Im „Shared Communities Projekt“ bringen sie jüdische und palästinensische Israelis zusammen. Die Themen sind oft ideologiefrei, wie zum Beispiel die gemeinsame Sorge um die Aufbereitung von Abwasser oder die Verbesserung der Infrastruktur. Weiterhin arbeitet Givat Haviva daran, den Kontakt untereinander zu stärken, indem sie im arabischen Raum die Hebräischkenntnisse und im jüdischen Raum die Arabischkenntniss verbessern. Oftmals geschieht es in Givat Haviva, dass sich jüdische und palästinensische Jugendliche zum ersten Mal auf Augenhöhe begegnen.

Reibold referierte auch über den Stand der israelischen Besatzungspolitik im Westjordanland und über derzeitig verhandelte Lösungsmöglichkeiten. Weitere Informationen zu Givat Haviva finden Sie auf der Homepage.

 

Besuch des jüdischen Friedhofs

Dieser Grabstein von Heinrich Hirsch ist der letzte seiner Familie in Ingelheim. Vier Generationen fanden hier seit 1844 ihre letzte Ruhestätte. Sein Sohn Josef konnte 1939 nach Argentinien entkommen.
Dieser Grabstein von Heinrich Hirsch ist der letzte seiner Familie in Ingelheim. Vier Generationen fanden hier seit 1844 ihre letzte Ruhestätte. Sein Sohn Josef konnte 1939 nach Argentinien entkommen.

11.9.16 Zum Tag des offenen Denkmals führte Klaus Dürsch über den jüdischen Friedhof in der Hugo-Loersch-Straße. Er erzählte anhand von einigen Grabsteinen der Familie Hirsch die Lebensgeschichte dieser Familie. Für Heinrich Hirsch und seine Frau Karoline wurden die letzten Grabsteine für diese Familie in Ingelheim gesetzt. Das war im Jahr 1924. Heinrich Hirsch wohnte in der Stiegelgasse 8 und handelte mit Mehl, Kleien, Futtermehl und Dürrgemüse. Auch seine erste Frau, seine Großeltern und fünf seiner Geschwister sind hier begraben. In einem Rundgang führte Klaus Dürsch die ca. 25 Interessierten Besucher bis zu einem der ersten auf diesem Friedhof gesetzten Grabstein auf diesem Friedhof für den Viehhändler Feibel Hirsch aus Großwinternheim, der 1844 verstarb.

Heinrich Hirschs Sohn Josef übernahm nach dem Tod seines Vaters das Geschäft. Laut Ingelheimer Zeitung vom 7. April 1938 gelangte es in den Besitz der Spar- und Darlehenskasse Ober-Ingelheim, nachdem die Judenpolitik der nationalsozialistischen Diktatur jede wirtschaftliche Tätigkeit unmöglich gemacht hatte. Der Schriftzug der Sparkasse ist im spitzbogigen Türrahmen noch erhalten.

Josef Hirsch und seine Frau Sally emigrierten 1939 nach Argentinien. Ihnen kam sicher zugute, dass ihr ältester Sohn Leopold bereits 1927 dorthin ausgewandert war und die Familienmitglieder nachholen konnte. Auch ihre beiden jüngeren Söhne Heinrich und Kurt folgten. Andere Familienmitglieder konnten nach Australien und in die USA fliehen. Die Flucht dauerte für manche fünf Jahre, bis sie sich wieder neu festigen konnten.

Sie auch die Datenbank Epidat des Steinheim-Instituts Essen.

 

Jüdisches Leben. Führung durch Speyer

Dieser Stadtrundgang führt sie durch „Das jüdische Leben in Speyer“.

Am Sonntag, den 5. Juni 2016 erwanderte der DIF bei einem Stadtrundgang wichtige Orte jüdischen Lebens in Speyer.

Der Stadtrundgang – in Kooperation mit dem Stadtarchiv Speyer -, umfasste die Besiedelung, die im Jahr 1084 beginnt und umfasste den mittelalterlichen Judenhof der SCHUM-Gemeinde mit seinem einmaligen Ensemble bestehend aus Synagoge, Frauenbetraum und Mikwe (Ritualbad), welche in den letzten Jahren restauriert wurden und dem Besucher durchanschauliche Darstellungen deutlich wird, wie es dort im Mittelalter aussah. Die Reisebegleiterin Frau Scholl führte in das Gemeindeleben ab dem 18. Jahrhundert bis zu ihrer Vernichtung in der Shoa anschaulich anhand einiger Biografien jüdischer Mitbürger ein. Eindrucksvoll war ein Besuch in der Synagoge „Beith Shalom“, die einen guten Eindruck von einem modernen jüdischen Gemeindezentrum gibt.

Die Synagoge Beit Schalom in Speyer
Die Synagoge Beit Schalom in Speyer

 

 Legalisierter Raub

Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen und Rheinhessen 1933 – 1945
war vom 10. März – 10. Mai 2016 im Ministerium der Finanzen, Kaiser-Friedrich-Str. 5 und im Ministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, Ernst-Ludwig-Sr. 3 in Mainz zu sehen. Der DIF beteiligte sich an der Ausstellung mit einer Vitrine zum Ingelheimer Weinhändler Karl Neumann und seiner Frau Lilly.
Weitere Einzelheiten siehe auf der Homepage des Ministeriums der Finanzen und auf der  Homepage des Fritz-Bauer-Instituts.

Am 8. Mai 2016 führte Klaus Dürsch eine Gruppe von ca. 35 Personen auf den Spuren der Weinhändler Karl und Moritz Neumann durch Ingelheim. Unter den Gästen waren auf zwei Enkel, Milton Kaufman aus den USA und Prof. Hans Neumann. Milton Kaufman ist in Besitz von Briefen, welche die Großeltern 1940/1941an ihre Kinder in den USA schickten. Drei dieser Briefe waren auch in Mainz ausgestellt.

 

Karl und Lilly Neumann vor ihrem Geschäft, der Weinhandlung Laufer, Ecke Bahnhofstraße/Taunusstraße (heute ehem. Möbelhaus Schwaab) Quelle: Meyer1998, S. 234
Karl und Lilly Neumann vor ihrem Geschäft, der Weinhandlung Laufer, Ecke Bahnhofstraße/Taunusstraße (heute ehem. Möbelhaus Schwaab)
Quelle: Meyer1998, S. 234

Karl und Moritz Neumann betrieben in Ober-Ingelheim eine Weinhandlung. 1938 waren sie zum Verkauf gezwungen. Die Familie hoffte auf eine Einreise in die USA, Möbel und Hausrat waren für den Weitertransport schon eingelagert worden. Als die Brüder die Lagergebühren nicht mehr bezahlen konnten, wurden die Möbel versteigert. 1942 wurden Karl und Moritz Neumann mit ihren Ehefrauen deportiert und ermordet.
Beate Schwenk berichtete über die Veranstaltung in der örtlichen Presse.

 

Ausschnitt aus der AZ Ingelheim vom 19. Mai 2016. Wegen der Urhbeberrechte wurde das verwendete Archivfoto ausgeschnitten.
Ausschnitt aus der AZ Ingelheim vom 19. Mai 2016. Wegen der Urhbeberrechte wurde das verwendete Archivfoto ausgeschnitten.

Gedenken an Julius Levy

Am 6. Januar 1916 verstarb Julius Levy an den Verletzungen, die er sich bei einer Verwundung an der Ostfront am 26. Januar zugezogen hatte. Zu seinem Gedenken schrieb Beate Schwenk einen Artikel in der Allgemeinen Zeitung Ingelheim vom 2. Januar 2016. Über ihn uns seine Familie siehe auch unter Rundgang durch Ober-Ingelheim Nr. 11.

Reinigung der Stolpersteine
Samstag, 7. 11.15, 11.00 Uhr
Ort: Start vor der Mainzer Str. 78

Der Deutsch-Israelische Freundeskreis reinigte wieder zusammen mit in-RAGE, dem Ingelheimer Bündnis gegen Rassismus und Gewalt die 36 im Ingelheimer Stadtgebiet verteilten Stolpersteine. Die Steine wurden zum Gedenken von Ingelheimer Juden an ihrem letzten frei gewählten Wohnsitzen in Ingelheim von Gunter Demnig gesetzt. Die Vereine wollen mit dieser Initiative an die Verfolgten des NS-Regimes erinnern.

Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht
Das Gedenken an die jüdischen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft
anlässlich des 76. Jahrestages des Pogroms vom 9./10.11.1938 fand am
Montag, den 9.November 2015 auf dem Synagogenplatz in Ober-Ingelheim in Zusammenarbeit mit der Stadt Ingelheim am Rhein statt.

Zur Reichspogromnacht in Ingelheim siehe die Seite >>>>> Novemberpogrom 1938

Presseartikel siehe

>>>>> Allgemeine Zeitung vom 11. November 2015

Gedenkplatte für Michael Sternheimer

Eine Gedenkplatte für Michael Sternheimer wurde am 29. April 2015 im Karmelwald eingeweiht und damit unsere Spendenaktion für den Michael Sternheimer Wald beendet.

Im Karmelgebirge wurde ein Wald in Erinnerung an Michael Sternheimer gepflanzt. Michael Sternheimer setzte sich für die Verständigung zwischen Deutschland und Israel ein.

Israel ist eines der wenigen Länder auf der Erde, in denen nachhaltig die ökologischen Sünden der Vergangenheit repariert werden. Helfen Sie dabei mit.

Der Wald kommt allen Bewohnern des Landes, insbesondere aus Haifa und Umgebung, zugute: Juden, christlichen und muslimischen Palästinensern und Drusen.

Der Obstgarten wurde durch das Feuer im Dezember nicht betroffen. Michael Sternheimers Schwester aus Haifa berichtete, dass die Bäume gut gedeihen.

Bäume für das Karmelgebirge

Spenden Sie einen Baum für den Michael-Sternheimer-Wald im Karmelgebirge. Für die Spende von 10.- Euro wird ein Baum gepflanzt. Auf Wunsch erhalten Sie eine Urkunde, die sich auch als Geschenk eignet.

  • Helfen Sie mit, die Folgen des Waldbrandes dort zu beseitigen
  • Der Wald soll an Michael Sternheimer erinnern, der sich in unserer Region für die Verständigung zwischen Deutschland und Israel eingesetzt hat.
  • Israel ist eines der wenigen Länder auf der Erde, in denen nachhaltig die ökologischen Sünden der Vergangenheit repariert werden. Helfen Sie dabei mit.
  • Der Wald kommt allen Bewohnern von Haifa und dem Karmelgebirge zugute, Juden, Palästinensern und Drusen.

Hintergrund der Spendenaktion

Der Waldbrand von Haifa aus gesehen.
Foto: www.carmeltreefund.org/

Im Dezember 2010 forderte ein 82 Stunden währendes Feuerinferno im Karmelgebirge in Israel 41 Menschenleben. Es hinterließ eine gigantische Spur der Zerstörung. Die israelische Tageszeitung Yedioth Ahronot bilanzierte am 6. Dezember 2010:

„Insgesamt verbrannten mehr als 5 Millionen Bäume sowie 74 Gebäude im Kibbutz Beit Oren, in Ein Hod und in Yemin Orde; 173 Gebäude brannten teilweise aus. Mehr als 17 000 Menschen mussten aus ihren Häusern und diversen Einrichtungen wie Gefängnissen und Krankenhäusern evakuiert werden.“

Hilfen kamen aus 17 Staaten und der Palästinensischen Autonomie. 33 Flugzeuge, 8 Hubschrauber, 3 Löschfahrzeuge, 206 Feuerlöschexperten und Feuerwehrleute und vielfaches Feuerlöschmaterial wurden von diesen zur Bekämpfung der Brände zur Verfügung gestellt.  Direkt nach der Katastrophe begann der Wiederaufbau. Dazu gehört die Wiederaufforstung der verbrannten Wälder. Millionen Bäume sind dazu notwendig.

Die Wiederaufforstung

Viele Flächen wurden bereits geräumt. Hier ein verkohlter Baumstamm vor Terrassen, die mit heimischen Obstbäumen bepflanzt werden sollen. Foto: DIF

Wer die Schnellstraße von Tel Aviv nach Haifa bei der Siedlung Ein Hod abbiegt, gelangt auf einer engen Serpentinenstraße in das Karmelgebirge. Vor dem Waldbrand führte der Weg hier durch dichte Kiefernwälder auf die Höhenstraße in die Drusendörfer Isfia und Daliat El Carmiel. Auch über ein Jahr nach dem Waldbrand ragen noch viele Baumstämme wie abgebrannte Streichhölzer aus den kahlen Kalksteinfelsen.

An manchen Stellen zeigen sich die Selbsterhaltungskräfte der Natur. Durch den Brand öffneten sich die Zapfen und neue Bäume wachsen.
Foto:DIF

Es zeigt sich aber auch die positive Kraft der Natur. Verschiedene Laubbäume schlagen an ihren Wurzeln wieder aus. Manche Zapfen der Nadelbäume springen auf und entlassen ihre Samen in die Freiheit. Nur nach einem Brand tun sie das und sichern so ihren Bestand.

Laut Plänen des jüdischen Nationalfond soll im Karmelgebirge nicht nur die heimische Jerusalem Pinie gepflanzt werden, sondern eine Vielfalt an Laub- und Nadelbäumen, die in diese Region passen.

Einen Obstgarten anpflanzen

Wie hier in der Nähe von Jerusalem könnte das Karmelgebirge in ein paar Jahren aussehen. Einheimische Obstbäume stehen auf wieder hergestellten Terrassen.
Foto:DIF

Der Brand legte in der Nähe der Siedlung Nir Etzion historische Zeugnisse aus dem 5. Jahrhundert frei: Terrassen aus byzantinischer Zeit. Auf diesen Terrassen wuchsen ursprünglich Obstbäume. Sie sollen restauriert und mit heimischen Obstbäumen wie Oliven, Granatäpfeln, Zitronen, Feigen, Mandeln und Datteln bepflanzt werden. Der Deutsch-Israelische Freundeskreis Ingelheim e.V. will bei der Bepflanzung dieses Obstgarten helfen und 5.000 Bäumen spende.

Verbesserung des Weltklimas

Israel ist eines der wenigen Länder, in denen der Waldbestand zunimmt. Die Wüste wird hier zurück gedrängt. Laut Bericht der Food and Agriculture Organization (FAO) von 1010 nahm der Waldbestand von 132.000 Hektar im Jahr 1990 auf 155.000 im Jahr 2010 zu. Israel leistet damit neben der Aufforstung des eigenen Landes einen Beitrag zur Verbesserung des Weltklimas. Der DIF will diese Entwicklung unterstützen und damit auch etwas zur Verbesserung des Weltklimas tun.

Michael Sternheimer gewidmet

Der Wald soll Michael Sternheimer gewidmet werden.

Der Übersetzer Michael Sternheimer stand seit über 20 Jahre dem DIF Ingelheim nahe. Er übersetzte für den Deutsch-Israelischen Freundeskreis Ingelheim (DIF), bei gemeinsamen Reisen durch Israel, bei der ersten Begegnung mit den ehemaligen Ingelheimer Juden 1998 und einer der ersten Begegnungen zwischen Jugendlichen aus Afula und Ingelheim im Haus der Jugend. Er war über viele Jahre ein manchmal sichtbarer, oft aber nur im Hintergrund begleitender Freund des DIF Ingelheim. Sichtbar, wenn er für den Verein dolmetschte, so wie 1987, als der elffache israelische Fußballmeister Hapoel Tel Aviv in der Rotweinstadt zu Gast war. Das Freundschaftsspiel gegen eine Mannschaft der Spielvereinigung gewannen damals die Gäste aus Israel mit 3:0.

Ministerpräsident a. D. Kurt Beck Schirmherr

Auf dem Rheinland-Pfalz-Tag in Ingelheim
Foto: http://www.piel-fotos.de

Ministerpräsident a. D. Kurt Beck hat freundlicherweise die Schirmherrschaft über das Projekt übernommen.

Hier ist er bei einem Besuch an unserem Stand während des Rheinland-Pfalz-Tages.

Warum das Karmelgebirge?

Michael Sternheimer wurde in Haifa geboren und hat dort seine Kindheit verbracht. Nach der Ausbildung ging er nach Deutschland, kam nach Mannheim und eröffnete dort sein Übersetzungsbüro. Schier unermüdlich war sein Wirken im Rahmen der Deutsch-Israelischen Beziehungen.Sehr oft übersetzte er bei Treffen der deutschen und israelischen Regierungen, bei Parlamentariertreffen auf Bundes- und Landesebene, bei Konferenzen und Tagungen. Viele die ihn kannten vermissen ihn und seine großzügige menschliche Hilfsbereitschaft. Er starb, 68 Jahre alt, im Jahre 2008. Durch einen Michael-Sternheimer-Wald in der Heimat seiner Kindheit will der DIF ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Der Wald kommt allen Bewohner in Haifa zugute, Juden, Muslimen, Christen und Drusen.

siehe auch: Bäume sollen wachsen, AZ vom 16. März 2012 >>>

Flyer, den Sie als pdf hier abrufen können.

Sie können unter Michael-Sternheimer-Wald direkt an den Jüdischen Nationalfond spenden.

Zur Person siehe auch Michael Sternheimer

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Der Deutsch-Israelische Freundeskreis Ingelheim e.V. hat die Aufgabe, durch Vermittlung von Kenntnissen über Israel und Deutschland, ihre Geschichte und ihre Probleme Verständnis und Bewusstsein in den Menschen des jeweils anderen Landes zu wecken und zu stärken und die Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und die Völkerverständigung zu fördern.
Wir bieten Veranstaltungen zu Israel und dem Nahen Osten und zum besseren Verständnis des Judentums an.

Wir organisieren Reisen nach Israel und in umliegende Länder sowie Palästina, Fahrten in die ehemaligen rheinland-pfälzischen Konzentrationslager Osthofen und Hinzert und Besuche von Zentren jüdischer Kultur.

Wir unterstützen Schulen und Bildungseinrichtungen u.a. mit Referenten/Referentinnen und die Stadt Ingelheim bei der Durchführung des Jugendaustauschs mit Afula/Israel.

Wir pflegen Kontakte zu ehemaligen Ingelheimer Juden und ihren Nachfahren.

Wir freuen uns über neue Mitglieder.

 Wir sind Mitglied bei der:

Landesarbeitsgemeinschaft Gedenkstätten Rheinland-Pfalz. Homepage:  http://www.lagrlp.de/

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