Wir drucken hier den Rundbrief von Givat Haviva ab:
| Liebe Freund*innen und Unterstützer*innen, nach der Sommerpause melden wir uns zurück und hoffen, Sie haben diese – doch recht anstrengend-heiße – Zeit dennoch gut und erholsam hinter sich gebracht. Heute möchten wir Ihnen ein paar spätsommerliche Leseempfehlungen in das Wochenende mitgeben und Sie auf Veranstaltungen Givat Havivas und seiner Partner in den kommenden Wochen aufmerksam machen. Israel erlebt wieder einmal einen jener Momente, in denen sich außen- und innenpolitische Zuspitzungen gegenseitig verstärken. Am vergangenen Wochenende sorgte Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir in einem Podcast für Entsetzen, in dem er extralegale Hinrichtungen im Gazastreifen guthieß und dies mit zutiefst menschenverachtenden Aussagen begründete. Mittlerweile haben Sie seine Äußerungen mit Sicherheit mehr als einmal gehört, weshalb wir sie hier nicht ein weiteres Mal wiederholen. Es ist aber genau diese Sprache, die Menschen ihre Menschlichkeit abspricht und Gewalt als Lösung verklärt. Sie sät Misstrauen, Angst und Hass, delegitimiert ganze Gruppen von Menschen pauschal und verleiht der Gewalt gegen sie eine scheinbare Legitimation. Dass sie genauso – das gehört zweifellos auch zur Wahrheit – auch von palästinensischen Extremisten und Terroristen kultiviert wird, macht sie nicht weniger abstoßend oder gefährlich. Genau dieser Sprache und den aus ihr resultierenden Einstellungen setzt Givat Haviva seit über 75 Jahren jüdisch-arabische Begegnungen, Bildung und Kooperationprojekte und vor allem das beharrliche Festhalten an der Würde und der Menschlichkeit des Gegenübers entgegen. Aussagen wie die des Ministers bestätigen letztlich, warum unsere Arbeit weiterhin so dringend gebraucht wird. In diesem Podcast von The New Jewish Narrative erklärt Mohammad Darawshe, wie Bildung, Politik und gesellschaftliche Dynamiken zusammenspielen, um Gräben zu überbrücken, und ordnet auch die an- bzw. ausstehenden israelischen und palästinensischen Wahlen ein. |
| Aber auch innenpolitisch fehlen Dialog- und Kooperationsbereitschaft: Israel steuert im Oktober auf Neuwahlen zu, und wieder spielen arabische Bürger*innen – rund ein Fünftel der Bevölkerung – in der Wahlkampfrhetorik der meisten jüdischen Parteien kaum eine Rolle und wenn, dann eher als vermeintliches Sicherheitsrisiko. Selbst gemäßigte Kräfte im Zentrum und links der Mitte schließen Koalitionen mit einer arabischen Partei bislang kategorisch aus. Für Givat Haviva ist das mehr als eine Randnotiz: Der Ausschluss arabischer Bürger*innen aus dem politischen Prozess untergräbt jenes Vertrauen zwischen den beiden größten Bevölkerungsgruppen im Land, das für dessen innere Stabilität und demokratische Verfasstheit unerlässlich ist. Wie eng diese beiden Themen – Wahlkampf und Shared Society – zusammenhängen, zeigen auch die folgenden Leseempfehlungen. In einem Meinungsbeitrag in der Jerusalem Post „Israel’s Arab voters hold the key“ legt Mohammad Darawshe dar, warum die arabischen Stimmen bei den kommenden Wahlen entscheidend für eine Regierungsbildung sein könnten – und warum es umso bemerkenswerter ist, dass praktisch keine jüdische Partei bereit ist, eine Koalition unter Einbeziehung arabischer Parteien zu diskutieren. Passend dazu argumentiert Jonah Naghi in „Next Israeli government must include an Arab party, especially after October 7“ ebenfalls in der Jerusalem Post, gestützt auf sozialpsychologische Forschung zur Kontakthypothese (die auch eine der Grundlagen unserer Arbeit ist), warum die Einbindung einer arabischen Partei in die nächste Regierung gerade nach dem 7. Oktober ein wichtiges Signal für das Vertrauen zwischen der jüdischen und der arabischen Gesellschaft wäre. Rabbi Asher Lopatin argumentiert in seinem Beitrag „Givat Haviva and the Future of the Jewish State“ des Times of Israel-Blog religiös-theologisch, warum ein jüdischer Staat keinen Grund haben müsste, seine nicht-jüdischen Bürger*innen zu fürchten, sondern in ihnen eine Bereicherung sehen sollte – und warum Givat Haviva genau das vorlebt. |
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| Save the Date & Registrierung: Online-Briefing am 16. September Am Mittwoch, den 16. September, 19–20 Uhr (MESZ), laden Givat Haviva und der US-Freundeskreis zu einem Live-Update direkt vom Campus ein. Wir freuen uns besonders, dass sich Generaldirektorin Michal Sella nach ihrer Elternzeit mit diesem Briefing wieder zurückmeldet! Gemeinsam mit Mohammad Darawshe wird sie unter anderem einschätzen, warum die anstehenden Wahlen in Israel für die Mission Givat Havivas so entscheidend sind, und einen Ausblick auf die Bildungsprogramme des neuen Schuljahres geben. Die Leiterin des Alumni-Programms, Eden Maimon, wird über die Herausforderung sprechen, mit tausenden ehemaligen Programmteilnehmer*innen Givat Havivas in Kontakt zu bleiben und Sami Jinich wird über die US-Tour einer Delegation des Fotographie-Programms Through Others‘ Eyes berichten. Die Arbeit an der Shared Society ist jetzt wichtiger, denn je. Wir freuen uns auf eine Stunde voller Einblicke vom Campus und darüber hinaus – die Anmeldung zum Update ist über diesen Link möglich. |
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Actionbound auf den Spuren von Hans Neumann

Einladung zu einem Rundgang durch Ingelheim
In einer multimedialen Entdeckungstour wird das jüdische Leben zur Zeit des Nationalsozialismus anhand der Geschichte des Ingelheimers Hans Neumann erlebbar gemacht. Unterstützt durch ein mobiles Endgerät und der Actionbound-App werden die Teilnehmenden an verschiedene Stationen geführt, wo sie mehr über das damalige Leben des jüdischen Jugendlichen erfahren. Der interaktive Rundgang basiert auf wahren Begebenheiten und dauert ungefähr 90 Minuten. An den erinnerungswürdigen Stationen lösen die Teilnehmenden kleine Rätsel, die weitere interessante Einblicke in das persönliche Leben des Protagonisten geben und zum Nachdenken anregen. Das Team, das diesen Actionbound entwickelt hat, begleitet den Rundgang und steht jederzeit für weitere Informationen zur Verfügung. Am 25. Januar findet ein Rundgang in Begleitung von Prof. Hans Neumann statt, einem Neffen von Hans/Harry Neumann. Einzelheiten siehe unter „Veranstaltungen“.

Sie können die Dokumente zu Hause herunter laden. Sie werden den Weg geführt und können die Dokumente vor Ort aufrufen .
Veranstaltende: Deutsch-Israelischer Freundeskreis Ingelheim e.V., Fridtjof-Nansen-Akademie für politische Bildung im WBZ Ingelheim. Gefördert über die Partnerschaft für Demokratie Ingelheim.
SPENDENAUFRUF Nothilfefond für die Kibbuzim nahe Gaza
Liebe Mitglieder und Freunde des Deutsch- Israelischen Freundeskreises e. V.,
Gerne möchten wir den Menschen helfen, die durch das Massaker der HAMAS in den Kibbuzim nahe des Gazastreifens alles verloren haben!
Die Kibbuzbewegung, eine Überorganisation der Kibbuzim, hat einen Nothilfefond eingerichtet, um den betroffenen 23 Kibbuzim beim Wiederaufbau zu helfen. Viele Häuser und wich-tige Infrastruktur wurden zerstört, Kibbuzbewohner wurden ermordet oder verschleppt. Viele Überlebende mussten zunächst ihren Kibbuz verlassen, da ein Leben nahe am Gazastreifen zur Zeit zu gefährlich ist. Die Kibbuzbewegung hat Notunterkünfte eingerichtet, um mit dem Notwendigsten zu helfen!
HELFEN SIE BITTE MIT IHRER SPENDE AN FOLGENDE BANKVERBINDUNGEN:
Sie können Ihre Spende direkt auf das Konto der Kibbuzbewegung oder auf das Konto des Deutsch-Israelischen Freundeskreises Ingelheim e.V. überweisen. Wir überweisen sie dann weiter.
Konto der Kibbuzbewegung:
Kontoinhaber: Mosdot Chinuch V’Tarboot Of Brit Ha’Tenua Ha’Kibbutzit
IBAN: IL88 0310 4800 0000 0330 272
BIC: FIRBILITXXX
Stichwort: Emergency Fund
Bankname: Bank Ben-Leumi (The First International Bank of Israel Ltd)
Konto des Deutsch-Israelischen Freundeskreises Ingelheim e.V.:
Kontoinhaber: Deutsch-Israelischer Freundeskreis Ingelheim e.V.
IBAN: DE57 5519 0000 0466 2350 17
BIC: MVBMDE55
Stichwort: Spende Kibbuzbewegung
Bankname: Mainzer Volksbank
WAS IST PASSIERT UND WOFÜR SIND IHRE SPENDEN NOTWENDIG ?
WAS IST PASSIERT UND WOFÜR SIND IHRE SPENDEN NOTWENDIG?
Vor über 10 Tagen sind bewaffnete Terroristen der Hamas in einem Großangriff aus Gaza trotz strenger Grenzkontrollen nach Israel eingedrungen und haben ein Massaker unter der Zivilbevölkerung angerichtet. Die Kibbuze an der Grenze zum Gazastreifen sind besonders betroffen. Ganze Familien wurden durch den grausamen Angriff ausgelöscht oder mussten flüchten.
Die betroffenen Kibbuzim sind: Kerem Shalom, Sufa, Holit, Nir Yitzhak, Magen, Nir Oz, Nirim, Ein Ha’Shlosha, Kisufim, Re’im, Be’eri, Nahal Oz, Kfar Aza, Mefalsim, Erez, Nir Am, Gevim, Or Ha’Ner, Bror Hayil, Yad Mordechai, Zikim, Karmiya, and Gvar’am.
Die meisten Kibbuzim gehören ins linke Lager in Israel und wurden von der Regierung in den letzten Jahren in ihrer Arbeit oft behindert. Viele von ihnen unterhielten und unterhalten bis heute gute Kontakte zu der arabisch-palästinensischen Bevölkerung.
Hunderte von Mitgliedern der Kibbuzim wurden ermordet oder verschleppt. Da die Kibbuzbewegung seit Jahrzehnten mit diesen Dörfern verbunden ist, kennt sie ihre Lage sehr gut und kann direkt helfen.
Die Spenden werden eingesetzt für folgende notwendige Hilfen:
- Für die Grundbedürfnisse wie Kleidung, Decken, Handtücher, Hygieneartikel, etc.
- Medizinische Hilfen wie Zugang zu Sozialarbeitern, Psychologen, Traumatherapien, päda-gogische Hilfen für tausende von Einwohnern, die betroffen sind.
- Logistik, Transport und Unterkünfte, d. h. rechtzeitige Bereitstellung lebenswichtiger Ressourcen wie Lebensmittel, Medikamente, Kleidung und vorübergehende Unter-bringung für die vertriebenen Familien
- Weitere Notfallhilfen
Schon jetzt bedanken wir uns für Ihre finanzielle Unterstützung. Sollten Sie eine Spendenbescheinigung benötigen, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.
Inzwischen konnten über 3000.- Euro überwiesen werden. Vielen Dank den Spendern.
Neue Beiträge zu den Stolpersteinen in Heidesheim, siehe dort.
Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in Ingelheim






Unser Beitrag zum Tag des offenen Denkmals. Klicken Sie >>>>>HIER>>>>>>Wer ist dieses Mädchen?

Renate Wertheim.- Angenommen, sie wäre 1939 im Alter von 4 Jahren mit ihrer Oma auf den Friedhof gegangen …
>>>>>>>hier klicken<<<<<<<
Ein weiterer Link zu Renate Wertheim >>>>hier klicken
Neues zum Michael-Sternheimer Wald in Karmelgebirge siehe unten
Stadtrat verabschiedet Resolution
Der Stadtrat von Ingelheim am Rhein hat am 21. Oktober 2019 eine Resolution gegen Antisemitismus verabschiedet. Darin wörtlich:
Ingelheim ist eine weltoffene, vielfältige, tolerante und internationale Stadt, die von unterschiedlichen Herkünften unddem guten Zusammenleben aller ihrer Menschen profitiert. Inihr ist kein Platz für menschenverachtendes Gedankengut undFremdenfeindlichkeit. Vor diesem Hintergrund spricht derStadtrat von Ingelheim den jüdischen Bürgerinnen und BürgernIngelheims seine uneingeschränkte Solidarität aus undverurteilt ausdrücklich auch jegliche Art von antisemitischmotivierten Diskriminierungen und Gewalt.
Der Stadtrat sieht diese Resolution auch als Selbstverpflichtung der hiervertretenen demokratischen Parteien.
Jüdische Grabsteine in Ingelheim online gestellt.

Beate Schwenk schrieb in der Allgemeinen Zeitung Ingelheim:
„INGELHEIM – Es ist eine ebenso mühsame wie verdienstvolle Aufgabe, der sich Klaus Dürsch über zehn Jahre hinweg gewidmet hat. Der Vorsitzende des Deutsch-Israelischen Freundeskreises (DIF) hat die mehr als 200 Grabsteine auf den vier jüdischen Friedhöfen in Ingelheim dokumentiert. Zunächst wurden alle Steine fotografiert, danach in akribischer Feinarbeit Inschriften entziffert und Abkürzungen entschlüsselt. Experten vom Essener Steinheim-Institut sorgten für Ergänzungen und die Digitalisierung der Daten. Das Projekt wurde von der Stadt Ingelheim und der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten finanziell gefördert.
„Die schwierigste Arbeit war das Entziffern der teilweise recht verwitterten hebräischen Schriften“, berichtet Klaus Dürsch, der elf Jahre lang in Israel gelebt und gearbeitet hat. „Manche Abkürzungen erschlossen sich erst in detektivischer Arbeit.“ Auf die Idee, die Grabsteine auf den jüdischen Friedhöfen zu dokumentieren, kam Dürsch, als er für den Friedhof Im Saal einen Lageplan anfertigen wollte. Im Jahre 2001 nämlich hatte man die Grabsteine, die in der NS-Zeit auf den Friedhof in der Hugo-Loersch-Straße gebracht worden waren, wieder an ihren ursprünglichen Standort Im Saal zurückversetzt. Bei seiner Arbeit entdeckte Dürsch, dass die bisherige Editierung ergänzungsbedürftig war.
- DATENBANK
Die Informationen über die jüdischen Grabsteine sind in der Datenbank „Epidat“ des Steinheim-Instituts in Essen gespeichert und können dort unter www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat aufgerufen werden.
Das Salomon-Ludwig-Steinheim-Institut erforscht Geschichte und Kultur der Juden im deutschen Sprachraum.
Seit dem 14. Jahrhundert lebten in Ingelheim nachweislich Juden. Wo die ersten Friedhöfe lagen, ist nicht bekannt. Die vier erhaltenen Ruhestätten – Im Saal, Hugo-Loersch-Straße, Rotweinstraße und in Großwinternheim – stammen aus der Neuzeit. „Abgesehen von den hebräischen Inschriften sehen die jüdischen Friedhöfe nicht anders aus als die Friedhöfe unserer Vorfahren“, sagt Dürsch. „Die Steine wurden von den örtlichen Steinmetzen gefertigt, es wurden die gleichen Modelle verwendet.“ Auch die Symbolik sei sehr ähnlich. Es gibt Bilder wie die abgeknickte Rose für ein verstorbenes Mädchen oder die gebrochene Säule für den Tod in der Lebensmitte. Doch auch typisch jüdische Symbole, wie die segnenden Hände, sind über einigen Gräbern zu erkennen. So zum Beispiel auf dem Grabstein von Abraham Mayer in Großwinternheim (gestorben im Juni 1870).
Der älteste noch erhaltene Grabstein stammt aus dem Jahr 1726 und steht auf dem jüdischen Friedhof Im Saal. Der graue Sandstein ist stark verwittert und die Inschrift schwer zu entziffern. Möglicherweise wurde der Grabstein für die Gattin eines Ber/Per Oppenheim errichtet. Ein besonders aufwändig gestaltetes Denkmal steht auf dem Friedhof in der Hugo-Loersch-Straße. Die Sandsteinstele mit Sockel und Rundbogenabschluss ist mit floralen Motiven verziert und erinnert an Bertha Stern (gestorben am 17. Juli 1892). Eine Besonderheit ist auch der Grabstein für die Familien Mayer-Goetz auf dem jüdischen Friedhof in der Rotweinstraße. Die Inschriften erinnern nicht nur an Michael Mayer, der dort 1935 beerdigt wurde, sondern auch an weitere Familienmitglieder, die in Auschwitz beziehungsweise nach der Flucht in Südamerika gestorben sind.
Datenbank hilft, Angehörige ausfindig zu machen
„Der weitere Verfall der Grabsteine, insbesondere der alten Sandsteine, wird sich nicht aufhalten lassen“, ist Klaus Dürsch bewusst. Durch die Dokumentation aber würden die Daten gesichert und stünden somit für Recherchen zur Verfügung. „Es kommt immer mal jemand vorbei, der Angehörige sucht“, erklärt der DIF-Vorsitzende. „Für diese Menschen ist die Datenbank eine Hilfe, Angehörige ausfindig zu machen und Informationen über sie zu erhalten.“

























