Zur Situation in Israel

wir drucken hier eine Stellungnahme unserer Partnerorganisation Givat Haviva ab:


Ein Brief von unserer Generaldirektorin Michal Sella
 
 
Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Fördernde, unser Newsletter erreicht Sie in einer Zeit großer Unsicherheit. Es fällt uns sehr schwer, die Flut dramatischer und historischer Ereignisse zu bewältigen, die sich in den letzten Jahren in Israel und auf der ganzen Welt ereignet haben. Die Spannungen mit dem Iran haben sich zu einer Auseinandersetzung bislang unbekannten Ausmaßes zugespitzt. In ganz Israel erklingen die Sirenen oft mehrmals täglich, und ein Ende der Situation ist derzeit nicht absehbar. Auch wir in Givat Haviva sind davon betroffen: Wieder einmal – wie schon so häufig in den vergangenen Jahren – sehen wir uns gezwungen, unsere Aktivitäten einzuschränken und Projekte vorübergehend zu pausieren. Gleichzeitig vermag auch der Krieg mit dem Iran nicht zu überdecken, wie gravierend die Lage im Lande selbst ist. 

Noch nie war die israelische Gesellschaft so gespalten und von gegenseitigem Misstrauen geprägt wie heute, denn die Regierung schürt bewusst weiterhin Feindseligkeiten unter verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen – vor allem zwischen jüdischen und arabischen Israelis. Die arabische Gesellschaft erlebt derweil eine noch nie dagewesene Welle von Kriminalität und Gewalt, während der zuständige Minister und die Polizei so gut wie nichts unternehmen. In diesem Jahr verließ eine Rekordzahl gut ausgebildeter Israelis – Juden und Araber – das Land. Israelis, die die Zukunft der israelischen Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur darstellen, die unsere Gesellschaft vorantreiben und zu ihr beitragen könnten, verlassen das Land, weil sie sich entschieden haben, nicht mehr hier leben und ihre Kinder nicht mehr hier großziehen zu können.

Gleichzeitig tun sich viele junge jüdische Israelis, die in einer Realität fast vollständiger Trennung aufgewachsen sind und keine nennenswerten politischen Anführer außerhalb der Regierungen Netanjahus kennengelernt haben, schwer, sich eine jüdisch-arabische politische Partnerschaft vorzustellen. Sie haben kein Problem mit rassistischer und gewalttätiger Rhetorik, weil sie genau das seit ihrer Kindheit von Minister*innen und wichtigen Persönlichkeiten gehört haben. Dies ist ein ernstes Warnsignal für das Bildungssystem und für den Staat insgesamt! Israel ist in diesen Tagen ein Land, in dem extreme nationalistisch-religiöse Schulen, die Rassismus aktiv fördern, enorme Budgets erhalten und institutionelle Unterstützung genießen, während die staatlichen säkularen jüdischen oder arabischen Bildungseinrichtungen mit Kürzungen und Vernachlässigung durch das Bildungsministerium kämpfen.

Doch angesichts dieser Hoffnungslosigkeit entscheiden wir uns, nach vorne zu blicken und einen vielversprechenden Wendepunkt zu erkennen. Das Jahr 2026 ist ein Wahljahr. Wir alle werden die Gelegenheit haben, darüber abzustimmen, in welche Richtung wir das Land führen wollen: hin zu internationaler Isolation, Hass, Rassismus, Kriminalität und zügelloser Gewalt, wie sie von Netanjahu, Ben Gvir und Smotrich angeboten werden? Oder hin zu einem langsamen Heilungsprozess, der Normalität und faire, demokratische Grundwerte bietet? Der Partnerschafts-Index, die jährliche Umfrage zum jüdisch-arabischen Verhältnis, die wir kürzlich in Givat Haviva vorgestellt haben, zeigt, dass die Parteien der demokratischen Mitte durchaus Spielraum hätten, als inklusive demokratische Option für einen Machtwechsel eine gemeinsame jüdisch-arabische Koalitionsregierung zu bilden. Dies wäre die Chance, das jüdische und das arabische Israel langsam wieder miteinander zu versöhnen und gemeinsam auch die Wunden der letzten drei Jahre aufzuarbeiten.

Dem Bildungssektor kommt in diesem Kontext eine Schlüsselrolle zu. Denn wer schützt letztendlich die Kinder und Jugendlichen, die in Zukunft einen demokratischen Staat führen sollen? Nur die Pädagog*innen. Schulleiter*innen und Lehrkräfte, denen wir hier in Givat Haviva begegnen. Sie sind die letzte Verteidigungslinie, demokratischer Gesinnung. Wir sprechen täglich mit Jugendlichen, Schulleitungen, Eltern und lokalen Führungskräfte, die darum bitten, zusammenzukommen, sich auszutauschen, zu verstehen und zusammenzuarbeiten – selbst wenn der Schmerz groß ist. Das ist keine Flucht vor der Realität; es ist eine direkte Auseinandersetzung mit ihr. Darin liegt die Bedeutung von Bildung für eine gemeinsame Gesellschaft.

Eine gemeinsame Gesellschaft ist kein Luxus. Sie ist eine Voraussetzung für Sicherheit, für Demokratie und für eine Zukunft in diesem Land. Ohne Gleichheit, ohne ein gerechtes und unabhängiges Justizsystem, ohne zivilgesellschaftliche und politische Partnerschaft wird es hier keine Zukunft geben. All dies ist nur durch Unterstützer wie Sie möglich. Wir danken Ihnen deshalb auch diesmal und sagen: Wir geben nicht auf. Jetzt ist die Zeit für Wiedergutmachung, Wiederaufbau und Partnerschaft.
 

Ihre
Michal Sella
CEO Givat Haviva

Actionbound auf den Spuren von Hans Neumann

Einladung zu einem Rundgang durch Ingelheim

In einer multimedialen Entdeckungstour wird das jüdische Leben zur Zeit des Nationalsozialismus anhand der Geschichte des Ingelheimers Hans Neumann erlebbar gemacht. Unterstützt durch ein mobiles Endgerät und der Actionbound-App werden die Teilnehmenden an verschiedene Stationen geführt, wo sie mehr über das damalige Leben des jüdischen Jugendlichen erfahren. Der interaktive Rundgang basiert auf wahren Begebenheiten und dauert ungefähr 90 Minuten. An den erinnerungswürdigen Stationen lösen die Teilnehmenden kleine Rätsel, die weitere interessante Einblicke in das persönliche Leben des Protagonisten geben und zum Nachdenken anregen. Das Team, das diesen Actionbound entwickelt hat, begleitet den Rundgang und steht jederzeit für weitere Informationen zur Verfügung. Am 25. Januar findet ein Rundgang in Begleitung von Prof. Hans Neumann statt, einem Neffen von Hans/Harry Neumann. Einzelheiten siehe unter „Veranstaltungen“.

Sie können die Dokumente zu Hause herunter laden. Sie werden den Weg geführt und können die Dokumente vor Ort aufrufen .

Siehe auch: https://www.ingelheim.de/news/2024/juni/erinnerungskultur-actionbound-stadtrundgang-zu-hans-neumann-ab-sofort-online/

Veranstaltende: Deutsch-Israelischer Freundeskreis Ingelheim e.V., Fridtjof-Nansen-Akademie für politische Bildung im WBZ Ingelheim. Gefördert über die Partnerschaft für Demokratie Ingelheim.

SPENDENAUFRUF Nothilfefond für die Kibbuzim nahe Gaza

Liebe Mitglieder und Freunde des Deutsch- Israelischen Freundeskreises e. V.,

Gerne möchten wir den Menschen helfen, die durch das Massaker der HAMAS in den Kibbuzim nahe des Gazastreifens alles verloren haben!

Die Kibbuzbewegung, eine Überorganisation der Kibbuzim, hat einen Nothilfefond eingerichtet, um den betroffenen 23 Kibbuzim beim Wiederaufbau zu helfen. Viele Häuser und wich-tige Infrastruktur wurden zerstört, Kibbuzbewohner wurden ermordet oder verschleppt. Viele Überlebende mussten zunächst ihren Kibbuz verlassen, da ein Leben nahe am Gazastreifen zur Zeit zu gefährlich ist. Die Kibbuzbewegung hat Notunterkünfte eingerichtet, um mit dem Notwendigsten zu helfen!

HELFEN SIE BITTE MIT IHRER SPENDE AN FOLGENDE BANKVERBINDUNGEN:

Sie können Ihre Spende direkt auf das Konto der Kibbuzbewegung oder auf das Konto des Deutsch-Israelischen Freundeskreises Ingelheim e.V. überweisen. Wir überweisen sie dann weiter.

Konto der Kibbuzbewegung:

Kontoinhaber:             Mosdot Chinuch V’Tarboot Of Brit Ha’Tenua Ha’Kibbutzit

IBAN:                          IL88 0310 4800 0000 0330 272

BIC:                            FIRBILITXXX

Stichwort:                   Emergency Fund

Bankname:                 Bank Ben-Leumi (The First International Bank of Israel Ltd)

Konto des Deutsch-Israelischen Freundeskreises Ingelheim e.V.:

Kontoinhaber:             Deutsch-Israelischer Freundeskreis Ingelheim e.V.

IBAN:                          DE57 5519 0000 0466 2350 17

BIC:                            MVBMDE55

Stichwort:                   Spende Kibbuzbewegung

Bankname:                 Mainzer Volksbank

WAS IST PASSIERT UND WOFÜR SIND IHRE SPENDEN NOTWENDIG ?                                                       

WAS IST PASSIERT UND WOFÜR SIND IHRE SPENDEN NOTWENDIG?

Vor über 10 Tagen sind bewaffnete Terroristen der Hamas in einem Großangriff aus Gaza trotz strenger Grenzkontrollen nach Israel eingedrungen und haben ein Massaker unter der Zivilbevölkerung angerichtet. Die Kibbuze an der Grenze zum Gazastreifen sind besonders betroffen. Ganze Familien wurden durch den grausamen Angriff ausgelöscht oder mussten flüchten.

Die betroffenen Kibbuzim sind: Kerem Shalom, Sufa, Holit, Nir Yitzhak, Magen, Nir Oz, Nirim, Ein Ha’Shlosha, Kisufim, Re’im, Be’eri, Nahal Oz, Kfar Aza, Mefalsim, Erez, Nir Am, Gevim, Or Ha’Ner, Bror Hayil, Yad Mordechai, Zikim, Karmiya, and Gvar’am.

Die meisten Kibbuzim gehören ins linke Lager in Israel und wurden von der Regierung in den letzten Jahren in ihrer Arbeit oft behindert. Viele von ihnen unterhielten und unterhalten bis heute gute Kontakte zu der arabisch-palästinensischen Bevölkerung.

Hunderte von Mitgliedern der Kibbuzim wurden ermordet oder verschleppt. Da die Kibbuzbewegung seit Jahrzehnten mit diesen Dörfern verbunden ist, kennt sie ihre Lage sehr gut und kann direkt helfen.

Die Spenden werden eingesetzt für folgende notwendige Hilfen:

  • Für die Grundbedürfnisse wie Kleidung, Decken, Handtücher, Hygieneartikel, etc.
  • Medizinische Hilfen wie Zugang zu Sozialarbeitern, Psychologen, Traumatherapien, päda-gogische Hilfen für tausende von Einwohnern, die betroffen sind.
  • Logistik, Transport und Unterkünfte, d. h. rechtzeitige Bereitstellung lebenswichtiger Ressourcen wie Lebensmittel, Medikamente, Kleidung und vorübergehende Unter-bringung für die vertriebenen Familien
  • Weitere Notfallhilfen

Schon jetzt bedanken wir uns für Ihre finanzielle Unterstützung. Sollten Sie eine Spendenbescheinigung benötigen, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.

Inzwischen konnten über 3000.- Euro überwiesen werden. Vielen Dank den Spendern.

Neue Beiträge zu den Stolpersteinen in Heidesheim, siehe dort.

Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in Ingelheim

Unser Beitrag zum Tag des offenen Denkmals. Klicken Sie >>>>>HIER>>>>>>Wer ist dieses Mädchen?

Renate Wertheim Aus einem erhaltenen Fotoalbum der Familie

Renate Wertheim.- Angenommen, sie wäre 1939 im Alter von 4 Jahren mit ihrer Oma auf den Friedhof gegangen …

>>>>>>>hier klicken<<<<<<<

Ein weiterer Link zu Renate Wertheim >>>>hier klicken

Neues zum Michael-Sternheimer Wald in Karmelgebirge siehe unten

Stadtrat verabschiedet Resolution

Der Stadtrat von Ingelheim am Rhein hat am 21. Oktober 2019 eine Resolution gegen Antisemitismus verabschiedet. Darin wörtlich:

Ingelheim ist eine weltoffene, vielfältige, tolerante und internationale Stadt, die von unterschiedlichen Herkünften unddem guten Zusammenleben aller ihrer Menschen profitiert. Inihr ist kein Platz für menschenverachtendes Gedankengut undFremdenfeindlichkeit. Vor diesem Hintergrund spricht derStadtrat von Ingelheim den jüdischen Bürgerinnen und BürgernIngelheims seine uneingeschränkte Solidarität aus undverurteilt ausdrücklich auch jegliche Art von antisemitischmotivierten Diskriminierungen und Gewalt.

Der Stadtrat sieht diese Resolution auch als Selbstverpflichtung der hiervertretenen demokratischen Parteien.

>>> Der Wortlaut >>>

 

Jüdische Grabsteine in Ingelheim online gestellt.

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Jüdischer Friedhof Großwinternheim                          Foto: Michael Schlotterbeck

Beate Schwenk schrieb in der Allgemeinen Zeitung Ingelheim:

„INGELHEIM – Es ist eine ebenso mühsame wie verdienstvolle Aufgabe, der sich Klaus Dürsch über zehn Jahre hinweg gewidmet hat. Der Vorsitzende des Deutsch-Israelischen Freundeskreises (DIF) hat die mehr als 200 Grabsteine auf den vier jüdischen Friedhöfen in Ingelheim dokumentiert. Zunächst wurden alle Steine fotografiert, danach in akribischer Feinarbeit Inschriften entziffert und Abkürzungen entschlüsselt. Experten vom Essener Steinheim-Institut sorgten für Ergänzungen und die Digitalisierung der Daten. Das Projekt wurde von der Stadt Ingelheim und der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten finanziell gefördert.

 

„Die schwierigste Arbeit war das Entziffern der teilweise recht verwitterten hebräischen Schriften“, berichtet Klaus Dürsch, der elf Jahre lang in Israel gelebt und gearbeitet hat. „Manche Abkürzungen erschlossen sich erst in detektivischer Arbeit.“ Auf die Idee, die Grabsteine auf den jüdischen Friedhöfen zu dokumentieren, kam Dürsch, als er für den Friedhof Im Saal einen Lageplan anfertigen wollte. Im Jahre 2001 nämlich hatte man die Grabsteine, die in der NS-Zeit auf den Friedhof in der Hugo-Loersch-Straße gebracht worden waren, wieder an ihren ursprünglichen Standort Im Saal zurückversetzt. Bei seiner Arbeit entdeckte Dürsch, dass die bisherige Editierung ergänzungsbedürftig war.

 

 Seit dem 14. Jahrhundert lebten in Ingelheim nachweislich Juden. Wo die ersten Friedhöfe lagen, ist nicht bekannt. Die vier erhaltenen Ruhestätten – Im Saal, Hugo-Loersch-Straße, Rotweinstraße und in Großwinternheim – stammen aus der Neuzeit. „Abgesehen von den hebräischen Inschriften sehen die jüdischen Friedhöfe nicht anders aus als die Friedhöfe unserer Vorfahren“, sagt Dürsch. „Die Steine wurden von den örtlichen Steinmetzen gefertigt, es wurden die gleichen Modelle verwendet.“ Auch die Symbolik sei sehr ähnlich. Es gibt Bilder wie die abgeknickte Rose für ein verstorbenes Mädchen oder die gebrochene Säule für den Tod in der Lebensmitte. Doch auch typisch jüdische Symbole, wie die segnenden Hände, sind über einigen Gräbern zu erkennen. So zum Beispiel auf dem Grabstein von Abraham Mayer in Großwinternheim (gestorben im Juni 1870).

Der älteste noch erhaltene Grabstein stammt aus dem Jahr 1726 und steht auf dem jüdischen Friedhof Im Saal. Der graue Sandstein ist stark verwittert und die Inschrift schwer zu entziffern. Möglicherweise wurde der Grabstein für die Gattin eines Ber/Per Oppenheim errichtet. Ein besonders aufwändig gestaltetes Denkmal steht auf dem Friedhof in der Hugo-Loersch-Straße. Die Sandsteinstele mit Sockel und Rundbogenabschluss ist mit floralen Motiven verziert und erinnert an Bertha Stern (gestorben am 17. Juli 1892). Eine Besonderheit ist auch der Grabstein für die Familien Mayer-Goetz auf dem jüdischen Friedhof in der Rotweinstraße. Die Inschriften erinnern nicht nur an Michael Mayer, der dort 1935 beerdigt wurde, sondern auch an weitere Familienmitglieder, die in Auschwitz beziehungsweise nach der Flucht in Südamerika gestorben sind.

Datenbank hilft, Angehörige ausfindig zu machen

„Der weitere Verfall der Grabsteine, insbesondere der alten Sandsteine, wird sich nicht aufhalten lassen“, ist Klaus Dürsch bewusst. Durch die Dokumentation aber würden die Daten gesichert und stünden somit für Recherchen zur Verfügung. „Es kommt immer mal jemand vorbei, der Angehörige sucht“, erklärt der DIF-Vorsitzende. „Für diese Menschen ist die Datenbank eine Hilfe, Angehörige ausfindig zu machen und Informationen über sie zu erhalten.“

Michael Sternheimer

 

 
 
 

 

 
 
 
 

Bäume für Israel – Michael Sternheimer Wald

Der Brand
Der Carmel brennt. Dezember 2010

 

Im Dezember 2010 forderte ein 82 Stunden währendes Feuerinferno im Karmelgebirge in Israel 41 Menschenleben und hinterließ eine gigantische Spur der Zerstörung. Direkt nach der Katastrophe begann die Wiederaufforstung. Millionen Bäume waren dazu notwendig.

Ein Jahr nach dem Brand

Wer die Schnellstraße von Tel Aviv nach Haifa bei der Siedlung Ein Hod abbiegt, gelangt auf einer engen Serpentinenstraße in das Karmelgebirge. Vor dem Waldbrand führte der Weg hier durch dichte Kiefernwälder auf die Höhenstraße in die Drusendörfer Isfia und Daliat El Carmiel. Noch Jahre nach dem Brand ragten viele Baumstämme wie abgebrannte Streichhölzer aus den kahlen Kalksteinfelsen.

 
Bereits ein Jahr dem Brand wuchsen neue Kiefern

Bereits kurze Zeit nach dem Brand zeigte sich aber auch schon die Kraft der Natur. Verschiedene Laubbäume schlugen an ihren Wurzeln wieder aus. Manche Zapfen der Nadelbäume sprangen auf und entliessen ihre Samen in die Freiheit. Nur nach einem Brand tun sie das und sichern so ihren Bestand. Dennoch musste der Mensch eingreifen. Nach Plänen des jüdischen Nationalfond wurden im Karmelgebirge nicht nur die heimische Jerusalem Pinie gepflanzt werden, sondern eine Vielfalt an Laub- und Nadelbäumen, die in diese Region passen. Heute (2020) bedeckt wieder Grün das Gebirge.

 
Einen Obstgarten anpflanzen
Die Terrassen im Dezember 2011

Der Brand legte in der Nähe der Siedlung Nir Etzion historische Zeugnisse aus dem 5. Jahrhundert frei: Terrassen aus byzantinischer Zeit, also ca. 1500 Jahre alt. Auf diesen Terrassen wuchsen ursprünglich Obstbäume. Die Terrassen wurden restauriert und mit heimischen Obstbäumen wie Oliven, Granatäpfeln, Zitronen, Feigen, Maulbeeren, Lorbeer, Mandeln und Datteln bepflanzt.

Die neu angelegten Terrassen
Foto von 2015 (HGM)

 

Der Deutsch-Israelische Freundeskreis Ingelheim e.V. spendete zur Bepflanzung dieser Terrassen ca. 5.000 Bäume. Am 6. Mai 2015 wurde der Wald in Anwesenheit von Michael Sternheimers Frau Gudrun Beierbach, seiner Schwester Ronit Arazi und unserem Ehrenvorsitzenden Hans-Georg Meyer eingeweiht. >>>>siehe Beitrag

Verbesserung des Weltklimas

Israel ist eines der wenigen Länder, in denen der Waldbestand zunimmt. Die Wüste wird hier zurück gedrängt. Laut Angaben des Jüdischen Nationalfonds wurden seit der Staatsgründung 260 Millionen Bäume gepflanzt (Stand 2006). Israel leistet damit neben der Aufforstung des eigenen Landes einen Beitrag zur Verbesserung des Weltklimas. Der DIF hilft auf diese Weise also mit, diese Entwicklung unterstützen und damit auch etwas zur Verbesserung des Weltklimas tun.

Michael Sternheimer gewidmet

Der Übersetzer Michael Sternheimer stand seit über 20 Jahre dem DIF Ingelheim nahe. Er übersetzte für den Deutsch-Israelischen Freundeskreis Ingelheim (DIF), bei gemeinsamen Reisen durch Israel, bei der ersten Begegnung mit den ehemaligen Ingelheimer Juden 1998 und einer der ersten Begegnungen zwischen Jugendlichen aus Afula und Ingelheim im Haus der Jugend. Er war über viele Jahre ein manchmal sichtbarer, oft aber nur im Hintergrund begleitender Freund des DIF Ingelheim. Der DIF wollte im Karmelwald ein Denkmal für ihn setzen und startete einen Spendenaufruf. Der ehemalige Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, Kurt Beck hatte die Schirmherrschaft über das Projekt übernommen.

 
Spendensammlung auf dem Rheinland-Pfalz Tag in Ingelheim 2012
Warum das Karmelgebirge?

Michael Sternheimer wurde in Haifa geboren und hatte dort seine Kindheit verbracht. Nach der Ausbildung ging er nach Deutschland, kam nach Mannheim und eröffnete dort ein Übersetzungsbüro. Schier unermüdlich war sein Wirken im Rahmen der Deutsch-Israelischen Beziehungen. Sehr oft übersetzte er bei Treffen der deutschen und israelischen Regierungen, bei Parlamentariertreffen auf Bundes- und Landesebene, bei Konferenzen und Tagungen. Viele die ihn kannten vermissen ihn und seine großzügige menschliche Hilfsbereitschaft. Er starb, 68 Jahre alt, im Jahre 2008.

Maulbeerernte
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der DIF konnte über 30.000 Euro an den Keren Kajemet Israel überweisen. Der Vorsitzende des DIF besuchte den entstehenden Obstgarten mehrmals, zuletzt im Mai 2020 und konnte so die das Wachsen dieses Ortes verfolgen.

Der Vergleich zwischen den Fotos von 2011 und 2020 von ungefähr dem gleichen Standort zeigt den Wachstumsfortschritt
 
Die Terrassen 2020
 
Wegbeschreibung

Wer den Obstgarten besuchen will, fährt am besten zum Carmel Spa Ressort und stellt dort sein Auto ab. Der Gesundheitsrundweg (Schwil Habriut) führt direkt an dem Obstgarten vorbei. Es ist ein schöner und stiller Platz geworden. Allen Spendern sei hier nochmals gedankt.  >>>> siehe Google Map