Hannes und Paul, eine Liebesgeschichte

Figurentheater für Jugendliche und Erwachsene

Anlässlich des internationalen Gedenktages für alle Opfer des Holocaust am 27. Januar zeigt das Seifenblasen Figurentheater ihr Stück „Hannes und Paul“ im Jugend- und Kulturzentrum Yellow.

Hannes und Paul ist eine Liebesgeschichte zweier Jugendlicher zur Zeit des Nationalsozialismus.

Sie beginnt im Lateinunterricht mit „Pyramus und Thisbe“. Hannes spielt den Pyramus und sein Freund Paul die Thisbe. Beide müssen erkennen, dass da mehr als Freundschaft zwischen ihnen wächst und plötzlich beginnen Leben und Spiel, sich miteinander zu verflechten … und sie kommt … die erste Liebe.

Die Besonderheit dieser Inszenierung liegt in der Verschmelzung zweier auf den ersten Blick vollkommen unterschiedlicher Themen: „Homosexualität im Nationalsozialismus“ und „Pyramus et Thisbe“, 2000 Jahre alte Liebeslyrik in Lateinischer Sprache.

Für das von Homosexuellen erlittene Unrecht im Nationalsozialismus gab es nicht nur keine Entschädigung, sondern der Anti – Homosexuellen – Paragraph 175 wurde sogar erst 1969 und 1973 schrittweise aufgehoben wurde.

Die Geschichte von Pyramus und Thisbe beschreibt zeitlos poetisch und lebendig, genau das, was die Jugend noch heute bewegt: Pubertät, Identität, Liebe, Haß, Verzweiflung und vor allem der Wunsch, einen Partner zu finden mit dem man ganz und gar eins werden kann, zusammengehören, bis über den Tod hinaus.

Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 27. Januar um 19 Uhr im Jugend- und Kulturzentrum Yellow, Ludwig-Langstädter-Straße 4, statt. Das Stück dauert 75 Minuten. Der Einlass beginnt um 18:30 Uhr.

Einlassbedingungen: 2G+ für Erwachsene, Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre benötigen keinen zusätzlichen Testnachweis, 25 ungeimpfte/ungenesene Jugendliche mit Testnachweis erlaubt, Maskenpflicht auch am Sitzplatz

Die kostenfreien Tickets gibt es unter https://ingelheim-kijupro.de./event/2019ingelheim-kijupro.de.

Die Veranstaltung ist eine Kooperationsveranstaltung des Deutsch-Israelischen Freundeskreis Ingelheim und dem Jugend- und Kulturzentrum Yellow und wird gefördert von der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ingelheim am Rhein im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“.

Wir veröffentlichen hiermit gerne die Stellungnahme von Givat Haviva, einer israelischen Stimme zur Lage. Givat Haviva setzt sich seit vielen Jahren für eine Verbesserung des Verhältnisses zwischen den Bevölkerungsgruppen ein.

Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in Ingelheim

Unser Beitrag zum Tag des offenen Denkmals. Klicken Sie >>>>>HIER>>>>>>Wer ist dieses Mädchen?

Renate Wertheim Aus einem erhaltenen Fotoalbum der Familie

Renate Wertheim.- Angenommen, sie wäre 1939 im Alter von 4 Jahren mit ihrer Oma auf den Friedhof gegangen …

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Ein weiterer Link zu Renate Wertheim >>>>hier klicken

Neues zum Michael-Sternheimer Wald in Karmelgebirge siehe unten

Stadtrat verabschiedet Resolution

Der Stadtrat von Ingelheim am Rhein hat am 21. Oktober 2019 eine Resolution gegen Antisemitismus verabschiedet. Darin wörtlich:

Ingelheim ist eine weltoffene, vielfältige, tolerante und internationale Stadt, die von unterschiedlichen Herkünften unddem guten Zusammenleben aller ihrer Menschen profitiert. Inihr ist kein Platz für menschenverachtendes Gedankengut undFremdenfeindlichkeit. Vor diesem Hintergrund spricht derStadtrat von Ingelheim den jüdischen Bürgerinnen und BürgernIngelheims seine uneingeschränkte Solidarität aus undverurteilt ausdrücklich auch jegliche Art von antisemitischmotivierten Diskriminierungen und Gewalt.

Der Stadtrat sieht diese Resolution auch als Selbstverpflichtung der hiervertretenen demokratischen Parteien.

>>> Der Wortlaut >>>

 

Jüdische Grabsteine in Ingelheim online gestellt.

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Jüdischer Friedhof Großwinternheim                          Foto: Michael Schlotterbeck

Beate Schwenk schrieb in der Allgemeinen Zeitung Ingelheim:

„INGELHEIM – Es ist eine ebenso mühsame wie verdienstvolle Aufgabe, der sich Klaus Dürsch über zehn Jahre hinweg gewidmet hat. Der Vorsitzende des Deutsch-Israelischen Freundeskreises (DIF) hat die mehr als 200 Grabsteine auf den vier jüdischen Friedhöfen in Ingelheim dokumentiert. Zunächst wurden alle Steine fotografiert, danach in akribischer Feinarbeit Inschriften entziffert und Abkürzungen entschlüsselt. Experten vom Essener Steinheim-Institut sorgten für Ergänzungen und die Digitalisierung der Daten. Das Projekt wurde von der Stadt Ingelheim und der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten finanziell gefördert.

 

„Die schwierigste Arbeit war das Entziffern der teilweise recht verwitterten hebräischen Schriften“, berichtet Klaus Dürsch, der elf Jahre lang in Israel gelebt und gearbeitet hat. „Manche Abkürzungen erschlossen sich erst in detektivischer Arbeit.“ Auf die Idee, die Grabsteine auf den jüdischen Friedhöfen zu dokumentieren, kam Dürsch, als er für den Friedhof Im Saal einen Lageplan anfertigen wollte. Im Jahre 2001 nämlich hatte man die Grabsteine, die in der NS-Zeit auf den Friedhof in der Hugo-Loersch-Straße gebracht worden waren, wieder an ihren ursprünglichen Standort Im Saal zurückversetzt. Bei seiner Arbeit entdeckte Dürsch, dass die bisherige Editierung ergänzungsbedürftig war.

 

 Seit dem 14. Jahrhundert lebten in Ingelheim nachweislich Juden. Wo die ersten Friedhöfe lagen, ist nicht bekannt. Die vier erhaltenen Ruhestätten – Im Saal, Hugo-Loersch-Straße, Rotweinstraße und in Großwinternheim – stammen aus der Neuzeit. „Abgesehen von den hebräischen Inschriften sehen die jüdischen Friedhöfe nicht anders aus als die Friedhöfe unserer Vorfahren“, sagt Dürsch. „Die Steine wurden von den örtlichen Steinmetzen gefertigt, es wurden die gleichen Modelle verwendet.“ Auch die Symbolik sei sehr ähnlich. Es gibt Bilder wie die abgeknickte Rose für ein verstorbenes Mädchen oder die gebrochene Säule für den Tod in der Lebensmitte. Doch auch typisch jüdische Symbole, wie die segnenden Hände, sind über einigen Gräbern zu erkennen. So zum Beispiel auf dem Grabstein von Abraham Mayer in Großwinternheim (gestorben im Juni 1870).

Der älteste noch erhaltene Grabstein stammt aus dem Jahr 1726 und steht auf dem jüdischen Friedhof Im Saal. Der graue Sandstein ist stark verwittert und die Inschrift schwer zu entziffern. Möglicherweise wurde der Grabstein für die Gattin eines Ber/Per Oppenheim errichtet. Ein besonders aufwändig gestaltetes Denkmal steht auf dem Friedhof in der Hugo-Loersch-Straße. Die Sandsteinstele mit Sockel und Rundbogenabschluss ist mit floralen Motiven verziert und erinnert an Bertha Stern (gestorben am 17. Juli 1892). Eine Besonderheit ist auch der Grabstein für die Familien Mayer-Goetz auf dem jüdischen Friedhof in der Rotweinstraße. Die Inschriften erinnern nicht nur an Michael Mayer, der dort 1935 beerdigt wurde, sondern auch an weitere Familienmitglieder, die in Auschwitz beziehungsweise nach der Flucht in Südamerika gestorben sind.

Datenbank hilft, Angehörige ausfindig zu machen

„Der weitere Verfall der Grabsteine, insbesondere der alten Sandsteine, wird sich nicht aufhalten lassen“, ist Klaus Dürsch bewusst. Durch die Dokumentation aber würden die Daten gesichert und stünden somit für Recherchen zur Verfügung. „Es kommt immer mal jemand vorbei, der Angehörige sucht“, erklärt der DIF-Vorsitzende. „Für diese Menschen ist die Datenbank eine Hilfe, Angehörige ausfindig zu machen und Informationen über sie zu erhalten.“