Michael Sternheimer

 

 
 
 

 

 
 
 
 

Bäume für Israel – Michael Sternheimer Wald

Der Brand
Der Carmel brennt. Dezember 2010

 

Im Dezember 2010 forderte ein 82 Stunden währendes Feuerinferno im Karmelgebirge in Israel 41 Menschenleben und hinterließ eine gigantische Spur der Zerstörung. Direkt nach der Katastrophe begann die Wiederaufforstung. Millionen Bäume waren dazu notwendig.

Ein Jahr nach dem Brand

Wer die Schnellstraße von Tel Aviv nach Haifa bei der Siedlung Ein Hod abbiegt, gelangt auf einer engen Serpentinenstraße in das Karmelgebirge. Vor dem Waldbrand führte der Weg hier durch dichte Kiefernwälder auf die Höhenstraße in die Drusendörfer Isfia und Daliat El Carmiel. Noch Jahre nach dem Brand ragten viele Baumstämme wie abgebrannte Streichhölzer aus den kahlen Kalksteinfelsen.

 
Bereits ein Jahr dem Brand wuchsen neue Kiefern

Bereits kurze Zeit nach dem Brand zeigte sich aber auch schon die Kraft der Natur. Verschiedene Laubbäume schlugen an ihren Wurzeln wieder aus. Manche Zapfen der Nadelbäume sprangen auf und entliessen ihre Samen in die Freiheit. Nur nach einem Brand tun sie das und sichern so ihren Bestand. Dennoch musste der Mensch eingreifen. Nach Plänen des jüdischen Nationalfond wurden im Karmelgebirge nicht nur die heimische Jerusalem Pinie gepflanzt werden, sondern eine Vielfalt an Laub- und Nadelbäumen, die in diese Region passen. Heute (2020) bedeckt wieder Grün das Gebirge.

 
Einen Obstgarten anpflanzen
Die Terrassen im Dezember 2011

Der Brand legte in der Nähe der Siedlung Nir Etzion historische Zeugnisse aus dem 5. Jahrhundert frei: Terrassen aus byzantinischer Zeit, also ca. 1500 Jahre alt. Auf diesen Terrassen wuchsen ursprünglich Obstbäume. Die Terrassen wurden restauriert und mit heimischen Obstbäumen wie Oliven, Granatäpfeln, Zitronen, Feigen, Maulbeeren, Lorbeer, Mandeln und Datteln bepflanzt.

Die neu angelegten Terrassen
Foto von 2015 (HGM)

 

Der Deutsch-Israelische Freundeskreis Ingelheim e.V. spendete zur Bepflanzung dieser Terrassen ca. 5.000 Bäume. Am 6. Mai 2015 wurde der Wald in Anwesenheit von Michael Sternheimers Frau Gudrun Beierbach, seiner Schwester Ronit Arazi und unserem Ehrenvorsitzenden Hans-Georg Meyer eingeweiht. >>>>siehe Beitrag

Verbesserung des Weltklimas

Israel ist eines der wenigen Länder, in denen der Waldbestand zunimmt. Die Wüste wird hier zurück gedrängt. Laut Angaben des Jüdischen Nationalfonds wurden seit der Staatsgründung 260 Millionen Bäume gepflanzt (Stand 2006). Israel leistet damit neben der Aufforstung des eigenen Landes einen Beitrag zur Verbesserung des Weltklimas. Der DIF hilft auf diese Weise also mit, diese Entwicklung unterstützen und damit auch etwas zur Verbesserung des Weltklimas tun.

Michael Sternheimer gewidmet

Der Übersetzer Michael Sternheimer stand seit über 20 Jahre dem DIF Ingelheim nahe. Er übersetzte für den Deutsch-Israelischen Freundeskreis Ingelheim (DIF), bei gemeinsamen Reisen durch Israel, bei der ersten Begegnung mit den ehemaligen Ingelheimer Juden 1998 und einer der ersten Begegnungen zwischen Jugendlichen aus Afula und Ingelheim im Haus der Jugend. Er war über viele Jahre ein manchmal sichtbarer, oft aber nur im Hintergrund begleitender Freund des DIF Ingelheim. Der DIF wollte im Karmelwald ein Denkmal für ihn setzen und startete einen Spendenaufruf. Der ehemalige Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, Kurt Beck hatte die Schirmherrschaft über das Projekt übernommen.

 
Spendensammlung auf dem Rheinland-Pfalz Tag in Ingelheim 2012
Warum das Karmelgebirge?

Michael Sternheimer wurde in Haifa geboren und hatte dort seine Kindheit verbracht. Nach der Ausbildung ging er nach Deutschland, kam nach Mannheim und eröffnete dort ein Übersetzungsbüro. Schier unermüdlich war sein Wirken im Rahmen der Deutsch-Israelischen Beziehungen. Sehr oft übersetzte er bei Treffen der deutschen und israelischen Regierungen, bei Parlamentariertreffen auf Bundes- und Landesebene, bei Konferenzen und Tagungen. Viele die ihn kannten vermissen ihn und seine großzügige menschliche Hilfsbereitschaft. Er starb, 68 Jahre alt, im Jahre 2008.

Maulbeerernte
 
 
 

Der DIF konnte über 30.000 Euro an den Keren Kajemet Israel überweisen. Der Vorsitzende des DIF besuchte den entstehenden Obstgarten mehrmals, zuletzt im Mai 2020 und konnte so die das Wachsen dieses Ortes verfolgen.

Der Vergleich zwischen den Fotos von 2011 und 2020 von ungefähr dem gleichen Standort zeigt den Wachstumsfortschritt
 
Die Terrassen 2020
 
Wegbeschreibung

Wer den Obstgarten besuchen will, fährt am besten zum Carmel Spa Ressort und stellt dort sein Auto ab. Der Gesundheitsrundweg (Schwil Habriut) führt direkt an dem Obstgarten vorbei. Es ist ein schöner und stiller Platz geworden. Allen Spendern sei hier nochmals gedankt.  >>>> siehe Google Map